Ohne klaren Kapitän für die Gesamtwertung, aber mit viel Ehrgeiz und Biss: So lässt sich der Auftakt von Visma - Lease a Bike in die Vuelta a España 2026 beschreiben. Im ersten Bergtest der Rundfahrt setzte sich
Sepp Kuss in Szene und überquerte auf seinen Heimstraßen in Andorra die Ziellinie auf
Rang fünf.
„Es wurde schnell klar, dass wir um Platz zwei kämpfen würden“
Das niederländische Team eröffnete die Etappe mit einer massiven Offensive, bei der vier Fahrer die frühe Fluchtgruppe bildeten. Ziel war es, Sepp Kuss am Ende des Tages ins Rote Trikot zu bringen. Doch Decathlon CMA CGM hatte andere Pläne, kontrollierte jede Bewegung eng und bereitete die entscheidende Attacke von Tadej Pogacar 50 Kilometer vor dem Ziel vor.
„Es wurde schnell klar, dass wir um Platz zwei kämpfen würden, also änderte sich die Rennsituation“, erinnert Kuss die heutige Etappe auf der
Team-Website. „Ich bin ohne große Erwartungen gestartet. Ich wollte vor allem sehen, wie die Dinge laufen.“
„Mein ursprünglicher Plan war, in die Gruppe des Tages zu kommen, aber kurz darauf entschied ich mich, stattdessen auf ein gutes Resultat zu fahren. Am Ende kann ich mit diesem Ergebnis zufrieden sein, und ich bin glücklich mit meiner Form. Es war außerdem schön, auf Straßen zu fahren, die ich sehr gut kenne.“
Gute Anfangsinvestition
Kuss hielt sich anschließend in der favoritenstarken Gruppe, die 2:39 Minuten hinter dem Slowenen ins Ziel kam. In der
Gesamtwertung ist er nun Vierter, nur 12 Sekunden hinter dem Podium von Enric Mas.
„Diese Leistung gibt mir Vertrauen für den weiteren Verlauf dieser Vuelta“, resümierte Kuss.
Das Hauptziel von Visma - Lease a Bike bei der Spanien-Rundfahrt bleibt weiterhin, täglich Ergebnisse zu liefern – mit den Sprintoptionen Matthew Brennan, Wout Van Aert oder Christophe Laporte. Zudem sind Jorgen Nordhagen und Ben Tulett starke Karten für Ausreißversuche, auch wenn Kuss’ Gesamtklassements-Ambitionen ihre Freiheiten etwas einschränken könnten.