„Klassiker sind den ganzen Tag hart, das liegt mir“ – Ausreißer-Spezialist Frank van den Broek greift für Picnic PostNL bei der Flandern-Rundfahrt an

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 07 Januar 2026 um 10:00
FrankVanDenBroek
Frank van den Broek hat sich im Peloton bereits als talentierter Kletterer und ausdauernder Ausreißer einen Namen gemacht. Für die Saison 2026 haben seine sportlichen Leiter bei Team Picnic PostNL nun ein besonders sorgfältig abgestimmtes Frühjahrsprogramm entworfen – mit einem klaren Schwerpunkt auf der Ronde van Vlaanderen.
„Ich möchte mich dieses Jahr ein bisschen stärker auf die Frühjahrsklassiker fokussieren. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe“, sagte Van den Broek im Gespräch mit De Grote Plaat. Neben dem flämischen Monument steht auch ein Start beim großen Heimrennen, dem Amstel Gold Race, auf seinem vorläufigen Kalender.

Neues Ziel, neuer Fokus im Frühjahr

Obwohl Van den Broeks Vorfreude auf diesen Rennblock deutlich spürbar ist, kam die Initiative nicht von ihm selbst. Die Idee entstand vielmehr im Trainerstab des Teams. „Ich hatte sofort Schmetterlinge im Bauch. Das kam wirklich vom Team“, erklärt er. „Ende November trafen sich die sportlichen Leiter und entwarfen einen Gesamtplan. Dieser Plan wurde anschließend der Teamführung vorgelegt.“
Bereits 2024 stand Van den Broek an der Startlinie der Ronde van Vlaanderen. Damals fehlten jedoch die entscheidenden Reserven. Am Tag zuvor hatte er einen zermürbenden Einsatz in der Fluchtgruppe bei der Volta NXT Classic absolviert, sodass beim Flandern-Debüt die letzten Körner fehlten. Der damals 23-jährige Niederländer erreichte das Ziel eher als Beobachter denn als Akteur. Für 2026 geht sein Anspruch nun deutlich über ein bloßes „Renngefühl holen“ hinaus.
Während der Höhepunkt des ersten Saisondrittels diesmal ein anderer ist als im Vorjahr, bleibt der Einstieg ins Jahr für Van den Broek vertraut. Entweder die Tour of Oman, wie 2024, oder die AlUla Tour, wie 2025, sollen den Auftakt bilden.
Zwar könnte er im Mittleren Osten teamintern als Kapitän für die Gesamtwertung antreten, doch sieht Van den Broek seine Stärken klar anderswo. Die harten Klassiker liegen ihm deutlich mehr als die oft früh im Jahr gefahrenen Etappen mit sogenannten „Eishockeyschläger“-Profilen. „Rennen wie AlUla oder Oman sind zu Beginn des Jahres schon extrem schnell. Aber das ist oft nur ein einziger großer Effort“, erklärt er. „In den Klassikern fährt man den ganzen Tag hart. Das liegt mir mehr. Und es hilft auch, Spannung und Motivation hochzuhalten.“
Wie sein zweiter Anlauf bei der Ronde van Vlaanderen verlaufen wird, bleibt offen. Sollte jedoch alles zusammenpassen, könnte der Frühling 2026 zum Wendepunkt in Van den Broeks Karriere werden – und der 25-Jährige eine völlig neue Dimension seines Rennpotenzials freilegen.
„Man muss einfach alles ausprobieren“, sagt er mit leuchtenden Augen. Sein furchtloser Rennstil passt perfekt zu einem Ausreißer-Spezialisten. Diese Qualität rückte bereits bei der Tour 2024 ins Rampenlicht, doch Van den Broek zögert nie lange, wenn sich eine Chance bietet. „Letztes Jahr bin ich auch bei der Amstel Gold Race gegangen. Es ist nicht entweder-oder, damit kann man spielen. Natürlich werde ich jetzt nicht alle Frühjahrsklassiker fahren.“
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