„Jonas Vingegaard muss zäher werden“: Landsmann im Peloton stellt Ansatz des Visma-Kapitäns im Duell mit Tadej Pogacar infrage

Radsport
Sonntag, 04 Januar 2026 um 18:00
Vingegaard
An der Spitze der Tour de France entscheidet zunehmend, wer das Rennen kontrolliert – nicht, wer es am längsten aushält. In den vergangenen Saisons hat Tadej Pogacar mit ständiger Initiative das Geschehen geprägt und die Konkurrenz gezwungen, zu seinen Bedingungen zu reagieren.
Jonas Vingegaard gilt weiterhin als engster Herausforderer Pogacars, doch dieser Status erfordert nach Ansicht eines erfahrenen Peloton-Profis einen Mentalitätswechsel. Auf dem Sport 2025 in Herning formulierte Michael Valgren klar, was aus seiner Sicht nötig ist. „Ich finde, Jonas muss wieder härter werden. Er muss anfangen, Pogacar das Leben schwer zu machen“, sagte Valgren laut Feltet.

Vom Eindämmen zur Konfrontation

Valgrens Punkt zielt nicht auf Vorbereitung oder Formniveau, sondern auf die Absicht. Pogacars Dominanz gründet darauf, nicht auf Chancen zu warten, sondern sie mit wiederholtem Druck und früher Offensive selbst zu erzwingen.
Vingegaard blieb konstant näher dran als alle anderen, doch die jüngsten Tour-Ausgaben zeigen, wie schwer es ist, Nähe in Kontrolle zu verwandeln – für den Kapitän von Team Visma | Lease a Bike und seine Mannschaft. Ohne das Rennen zu forcieren, wird Druck eher aufgenommen als ausgeübt, und das Momentum bleibt bei Pogacar.
Valgrens Worte unterstreichen diesen Unterschied. „Er muss anfangen, Pogacar das Leben schwer zu machen“, sagte er und rahmte die Aufgabe ebenso psychologisch wie taktisch.

Eine Verantwortung für das ganze Team

Der frühere Tour-Etappensieger verwies zudem auf die breitere Rolle von Team Visma | Lease a Bike und deutete an, dass die Rennsteuerung nicht allein auf einem Fahrer lastet.
„Jetzt fährt Mads wieder zur Tour, also ist er doch sicher für einen, zwei oder vielleicht drei Etappensiege gut?“, sagte Valgren und betonte, wie früher Erfolg und sichtbare Offensive die Balance einer dreiwöchigen Rundfahrt verschieben können.
In diesem Kontext sind Etappensiege keine isolierten Ziele, sondern Instrumente, um Rivalen zu stören und das Tempo vorzugeben.

Eine Rivalität, die Initiative verlangt

Vingegaards wiederholte zweite Plätze bestätigen seine Stellung an der Weltspitze, doch die Erwartungen in dieser Rivalität haben sich verschoben. Konstanz reicht nicht mehr gegen einen Fahrer, der Kontrolle durch Aktion lebt.
Valgrens Einwurf spiegelt eine wachsende Realität im Peloton. Um Pogacar zu schlagen, genügt Reagieren nicht. Man muss ihm das Rennen aufzwingen.
Wie Vingegaard und Visma auf diese Herausforderung antworten, wird die nächste Phase der prägendsten Tour-Rivalität bestimmen.
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