Magnus Cort Nielsen hat am Sonntag auf der Schlussetappe der
Vuelta a Espana 2026 das letzte Rennen seiner Profikarriere bestritten. Der 33-jährige Däne verabschiedete sich so, wie man ihn über viele Jahre im Peloton erlebt hatte: angriffslustig, leistungsstark und jederzeit bereit, sich in den Dienst seiner Teamkollegen zu stellen. Mit den Etappenplatzierungen zwei, drei, vier und fünf klopfte Cort bei seiner letzten Grand Tour gleich mehrfach an einen finalen Sieg an.
Entsprechend emotional wurde es bereits vor dem Start seines letzten Rennens.
Uno-X Mobility überraschte den dänischen Meister mit Ansprachen, Applaus und einem eigens für seinen Abschied angefertigten Trikot von Fusion. Darauf verewigte das Team unter anderem sämtliche Siege und Mannschaften seiner Karriere – und natürlich die Flagge seiner Heimat Bornholm.
Emotionaler Abschied vor dem letzten Start
Die Geste seiner Mannschaft ließ Cort nicht kalt. Mit brüchiger Stimme beschrieb der Däne gegenüber
TV 2 Sport, was die Überraschung bei ihm ausgelöst hatte.
Magnus Cort Nielsen beendet bei der Vuelta a Espana 2026 seine Profikarriere. Der 33-jährige Däne verabschiedet sich nach 36 Siegen aus dem Peloton.
„Das hat mich wirklich berührt. Es ist wunderbar zu sehen. Wahrscheinlich bin ich deshalb auch so bewegt“, sagte Cort vor seinem letzten Start als Profi.
Damit begann ein besonderer Tag für einen Fahrer, der seine Karriere ursprünglich gerne bei der Weltmeisterschaft in Montreal beendet hätte. Dass Cort nicht für das dänische Aufgebot nominiert wurde, war für ihn ein großer Rückschlag. Statt sich von der Enttäuschung ausbremsen zu lassen, zeigte er bei der Vuelta jedoch noch einmal, was ihn während seiner Laufbahn ausgezeichnet hatte.
„Jetzt hören wir oben auf“
Cort schöpfte bei seiner letzten Grand Tour seine Möglichkeiten nahezu vollständig aus. Zweimal fuhr der Däne auf das Podium, zwei weitere Male landete er unter den besten Fünf einer Etappe. Auch wenn ihm der ganz große persönliche Abschiedssieg verwehrt blieb, konnte er seine Karriere damit auf einem bemerkenswert hohen sportlichen Niveau beenden.
Gleichzeitig stellte sich Cort in den Dienst seiner Mannschaft. Seine Teamkollegen feierten während der Rundfahrt zwei Etappensiege und sorgten damit für eine insgesamt erfolgreiche Grand Tour von Uno-X Mobility.
Gerade seine eigene starke Verfassung macht den Abschied für Cort zu einem besonderen. „Ich bin wirklich froh, die Vuelta auf so einem hohen Niveau beendet zu haben. Es macht den Abschied nicht schwerer, aber wenn alles den Bach runtergegangen wäre, wäre es wohl leichter gewesen, es einfach egal sein zu lassen“, erklärte er mit einem Schmunzeln.
Sein persönliches Fazit fällt deshalb ebenso kurz wie treffend aus: „Aber jetzt hören wir oben auf.“
36 Profisiege und Erfolge bei allen drei Grand Tours
Mit Cort verlässt einer der erfolgreichsten dänischen Fahrer seiner Generation das Profi-Peloton. Insgesamt feierte er während seiner Laufbahn 36 Siege. Besonders eindrucksvoll ist seine Bilanz bei den drei großen Landesrundfahrten: Neun Grand-Tour-Etappen konnte Cort für sich entscheiden.
Sechs dieser Siege gelangen ihm bei der Vuelta a Espana, zwei weitere bei der Tour de France. Mit seinem Etappenerfolg beim Giro d'Italia komplettierte er seine Sammlung und gewann damit bei jeder der drei Grand Tours mindestens einmal.
Doch Corts Palmarès reicht weit über seine Grand-Tour-Erfolge hinaus. 2024 gewann er die Gesamtwertung des Arctic Race of Norway und im selben Jahr auch die Veneto Classic. Bereits 2017 hatte er bei der Clasica de Almeria triumphiert.
Den vielleicht emotionalsten Erfolg seiner gesamten Laufbahn hob sich Cort allerdings bis zum Ende auf. 15 Jahre nachdem er dänischer Juniorenmeister geworden war, erfüllte er sich in Herning einen lange gehegten Wunsch und gewann erstmals auch den nationalen Meistertitel der Elite.
So verabschiedet sich Magnus Cort Nielsen nach 36 Profisiegen und Erfolgen auf einigen der größten Bühnen des Radsports mit dem dänischen Meistertrikot aus dem Peloton. Der letzte Sieg bei der Vuelta blieb zwar aus – doch sportlich gelang dem 33-Jährigen genau der Abschied, den er selbst am treffendsten beschrieb: ganz oben aufzuhören.