Mattias Skjelmose sollte bei der Weltmeisterschaft 2026 in Montreal gemeinsam mit Mads Pedersen die dänische Mannschaft anführen. Doch die Kombination aus Tour de France und Vuelta a Espana hat beim 25-Jährigen deutliche Spuren hinterlassen. Gegen Ende seiner zweiten Grand Tour der Saison baute Skjelmose sichtbar ab, zusätzlich geschwächt durch eine Erkrankung. Nun zog der Profi von Lidl-Trek die Konsequenzen und sagte seinen Start bei der WM ab. Seinen Platz übernimmt
Anthon Charmig.
„Es ist wahrscheinlich nicht gesund mit Blick auf die Weltmeisterschaft, aber ich habe Michael vor etwa einer Stunde gesagt, dass ich absagen muss, weil mein Körper nicht mehr mitmacht“, erklärte Skjelmose gegenüber
TV 2 Sport. Gemeint ist der dänische Nationaltrainer
Michael Morkov, der nun ohne einen seiner ursprünglich vorgesehenen Kapitäne planen muss.
Skjelmose zieht nach Tour und Vuelta die Reißleine
Ob Skjelmose in der Saison 2026 überhaupt noch einmal ein Rennen bestreiten wird, lässt der Däne derzeit offen. Angesichts der hohen Belastung der vergangenen Monate wäre es allerdings keine Überraschung, sollte er nun Regeneration und einen behutsamen Aufbau mit Blick auf 2027 priorisieren.
Für Skjelmose steht zunächst die Erholung im Vordergrund. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass ein anderer Fahrer der dänischen Auswahl in Montreal aktuell mehr helfen kann als er selbst.
„Ich fahre nach Hause und ruhe mich aus, und ich glaube nicht, dass ich der Nationalmannschaft geben kann, was ich geben können sollte. Jemand anderes wird meinen Platz einnehmen“, erklärte er mit Blick auf seine Entscheidung und Ersatzmann Charmig.
Morkov hatte mit einer möglichen Absage gerechnet
Für Nationaltrainer Michael Morkov kommt Skjelmoses Rückzug nicht völlig überraschend. Der ehemalige Profi hatte das Lidl-Trek-Duo Skjelmose und Pedersen ursprünglich als seine beiden wichtigsten Trümpfe für das Straßenrennen in Montreal vorgesehen. Gleichzeitig wusste er bereits seit dem Frühjahr, dass das umfangreiche Grand-Tour-Programm seines Co-Kapitäns ein Risiko darstellen würde.
„Das ist eine Prämisse, der ich immer zugestimmt habe. Seit dem Frühjahr, als ich wusste, dass er Tour und Vuelta fahren würde“, erklärte Morkov gegenüber
Eurosport.
Skjelmoses Absage bestätigt damit eine Möglichkeit, die innerhalb der dänischen Mannschaft von Beginn an einkalkuliert worden war. Zwei Grand Tours innerhalb einer Saison und die zusätzliche Erkrankung gegen Ende der Vuelta haben letztlich dafür gesorgt, dass der 25-Jährige für das WM-Rennen nicht mehr die notwendige körperliche Verfassung besitzt.
Dänemarks Hoffnungen ruhen nun auf Mads Pedersen
Damit rückt Mads Pedersen noch stärker ins Zentrum der dänischen WM-Planungen. Der hügelige Kurs von Montreal dürfte dem 30-Jährigen zwar nicht perfekt entgegenkommen, doch der robuste Klassiker-Spezialist wird seine Chance entschlossen suchen. Nach Skjelmoses Ausfall verfügt Morkov zudem über keine weitere klare Führungsoption.
Mads Pedersen übernimmt nach der Absage von Mattias Skjelmose die klare Führungsrolle im dänischen Team und richtet seinen Fokus voll auf die Weltmeisterschaft in Montreal.
Pedersen hat seine Vorbereitung gezielt auf die Weltmeisterschaft ausgerichtet. Der Däne beendete seine Vuelta a Espana bereits nach der Hälfte der Rundfahrt, um anschließend genügend Zeit für die Vorbereitung auf den Kampf um das Regenbogentrikot zu haben.
Entsprechend groß ist das Vertrauen seines Nationaltrainers. „Natürlich ruhen große Hoffnungen auf Mads, der frühzeitig von der Vuelta nach Hause zurückgekehrt ist und signalisiert hat, dass er auf seine Bestform für die Weltmeisterschaft hintrainiert. Er ist ganz klar ein Fahrer, auf den wir im WM-Kontext vertrauen können.“
Charmig empfiehlt sich mit Podium in Quebec
Den durch Skjelmoses Absage freigewordenen Platz erhält Anthon Charmig von Uno-X Mobility. Der 28-Jährige ist dabei weit mehr als eine reine Notlösung. Erst am Freitag unterstrich er seine starke aktuelle Verfassung mit einem Podiumsplatz beim Grand Prix de Quebec.
Für Charmig wird es die dritte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Bei seinem Debüt 2022 belegte er den 70. Platz, 2025 erreichte er das Ziel nicht. Diesmal könnte sich dem Dänen eine deutlich bessere Gelegenheit bieten – nicht zuletzt, weil er bereits mit den Bedingungen und dem Terrain in Kanada vertraut ist.
Auch Morkov sieht den Zeitpunkt von Charmigs Formhoch als äußerst günstig an. „Ich habe Anthon Charmig nominiert, und es ist natürlich enorm praktisch, dass Anthon genau jetzt so stark auftritt, wo wir die Absage von Mattias haben“, erklärt der Nationaltrainer.
Dänemark verliert damit zwar einen seiner beiden ursprünglich vorgesehenen Kapitäne, bekommt mit Charmig jedoch einen Ersatzmann in starker Verfassung. Die klare Führungsrolle liegt nun bei Pedersen, der seine Vuelta bewusst verkürzt hat, um in Montreal in bestmöglicher Form um das Regenbogentrikot kämpfen zu können.
Dänemark bei der Weltmeisterschaft der Männer 2026:
| Fahrer | Disziplin |
| Kasper Asgreen | Straßenrennen & EZF |
| Mikkel Bjerg | Straßenrennen & EZF |
| Mads Pedersen | Straßenrennen |
| Anthon Charmig | Straßenrennen |
| Andreas Kron | Straßenrennen |
| Michael Valgren | Straßenrennen |
| Mikkel Honoré | Straßenrennen |
| Søren Kragh Andersen | Straßenrennen |