Die Bestätigung, dass
INEOS Grenadiers sich für die kommenden Jahre einen großen Sponsor gesichert hat, stößt im internationalen Peloton auf positive Reaktionen. Viele im Radsport sehen in dem Deal die Chance, das britische Team wieder in die Grand-Tour-Spitze zu führen – eine Reminiszenz an die dominante Team-Sky-Ära. Laut Fachmedien hat das Team eine Vereinbarung mit dem dänischen Tech-Unternehmen Netcompany über rund 100 Millionen Euro für fünf Saisons erzielt. Zudem soll der Energiekonzern TotalEnergies sein Engagement in den kommenden Jahren ausbauen, wodurch das Team auf ein Jahresbudget von knapp 50 Millionen Euro käme.
Mit dieser finanziellen Schlagkraft könnte die britische Mannschaft wieder auf Augenhöhe mit Strukturen wie UAE Team Emirates - XRG, Lidl-Trek, Visma | Lease a Bike oder Decathlon CMA CGM agieren.
Ein Spielerberater im Profipeloton, der
bei Tirreno–Adriatico mit Cyclingnews sprach, begrüßte die Nachricht und hob die mögliche Tragweite für die Zukunft des Teams hervor. „Ich bin überzeugt, dass Ineos bald wieder ein echtes Superteam sein wird.“
Aus seiner Sicht erlaubt der finanzielle Schub den Aufbau eines neuen Siegerprojekts. „Wenn das Budget, wie kolportiert, dank des neuen Sponsors steigt, bin ich sicher, dass Ineos wieder so stark sein kann wie einst Team Sky.“
Die Schlüsselrolle von Dave Brailsford
Auch die Rückkehr von Dave Brailsford ans Steuer des Projekts wird als zentral für den Neustart hervorgehoben. Der Brite, der sich in den vergangenen Jahren teilweise dem Fußball bei Manchester United widmete, engagiert sich nun wieder verstärkt im Radsport.
„Daves Rückkehr war entscheidend für die Zukunft des Teams“, sagte der Agent. „Er hat immer geliefert: Er zeigte sein Können, als er Großbritannien auf der Bahn dominieren ließ, kündigte an, mit einem britischen Profiteam die Tour de France zu gewinnen – und hat all das erreicht.“
INEOS Grenadiers träumen von der Rückeroberung der Team-Sky-Dominanz mit neuem Sponsoring
Auch rivalisierende WorldTour-Teams bewerten die neuen Ressourcen beim britischen Aufgebot positiv. Ein Sportdirektor eines anderen Teams erklärte, dass langfristige Sponsoren sowohl die Entwicklung junger Talente als auch die Verpflichtung etablierter Stars stützen können: „Dass INEOS einen neuen Sponsor findet, ist großartig für das Team, aber auch für den Radsport insgesamt.“
Zwar spielte INEOS in den vergangenen Jahren bei Grand Tours nicht mehr die Hauptrolle, doch viele im Peloton betonen, wie schnell sich die Dynamik im Radsport verschieben kann. „Es gibt Phasen, in denen einem Team ein ausgewiesener Grand-Tour-Kapitän fehlt oder die Mittel, einen solchen zu verpflichten und zu entwickeln. Aber der Radsport ist zyklisch – das Rad dreht sich weiter. Hat ein Team ein solides Management und gutes Personal und findet die richtigen Sponsoren, kann es schnell zurückkehren.“
Rekrutieren, um Pogacar herauszufordern
Selbst mit größerem Budget wird die Rückeroberung der Tour-de-France-Dominanz keine einfache Aufgabe, solange ein Fahrer wie Tadej Pogacar das Geschehen prägt. Einige Agenten glauben dennoch, dass das Projekt genug Spielraum hat, um sich in den kommenden Jahren neu aufzustellen.
„Tadej Pogacar ist ein Ausnahmetalent, deshalb wird es selbst für Dave in den nächsten Jahren nicht leicht, die Tour zu gewinnen, aber ich würde darauf wetten, dass die neue Version von Team INEOS dies bald schafft – und sicher vor 2030.“
Der gleiche Agent schloss mit dem Hinweis, dass das Team zwar vielleicht noch nicht über den idealen Grand-Tour-Leader verfügt, er jedoch darauf vertraut, dass die britische Struktur ihn finden wird. „Dave hat vielleicht noch nicht den idealen Fahrer dafür, aber er wird einen Weg finden, die Tour wieder zu gewinnen, da bin ich sicher.“