Unwägbarkeiten können in diesem Monat auf französischen Straßen Max Kanters beste Verbündete sein. Der deutsche Sprinter gibt sein Debüt bei der
Tour de France und will seine Konstanz in den größten Sieg seiner Karriere ummünzen – auf der Bühne des Radsports, der Tour de France.
Der Profi von XDS Astana ist nicht nur noch nie die Tour gefahren, er war nicht einmal als Zuschauer vor Ort. Seine Grand-Boucle-Erfahrung stammt bislang vor allem aus dem heimischen Fernsehen. Zum Start in einen großen
Karrieremeilenstein will er dennoch auf dem Boden bleiben.
„Ich freue mich auf die Tour, aber ich möchte mich nicht zu sehr mitreißen lassen“, sagte Kanter im Gespräch mit dem
Cycling Magazine im Vorfeld der Rundfahrt.
Kanter kennt die Bedeutung der Tour, ebenso wie seine Familie – allen voran sein Onkel und sein Großvater: „Die Tour de France ist ein Synonym für Radsport. Hier in Deutschland ist es das einzige Rennen, das jeder kennt. Ich war tatsächlich noch nie bei der Tour, nicht einmal als Zuschauer, obwohl ich es mir immer vorgenommen habe.“
Er ergänzte: „Zu Hause lief die Tour aber natürlich immer im Fernsehen. Mein Großvater und mein Onkel waren immer große Radsportfans, und über sie hat der Sport irgendwie die ganze Familie erfasst.“
Kanter fährt seine erste Tour de France
Der 28-Jährige kommt mit reichlich Grand-Tour-Erfahrung. Nach Starts beim Giro d’Italia und der Vuelta a España in den vergangenen Saisons vervollständigt er nun den Dreisatz.
„Als Sprinter willst du natürlich die Tour fahren. Am Ende ist die Vorbereitung aber dieselbe wie für jedes andere Rennen. Wir gehen mit einer starken Mannschaft zur Tour und haben große Ziele, die wir so gut wie möglich erreichen wollen.“
2026 markiert für Kanter einen klaren Schritt nach vorn. An der Seite von Anfahrer Mike Teunissen holte er zehn Top-5-Platzierungen, darunter mehrere Podien im Saisonverlauf. Der große Durchbruch gelang bei Paris–Nizza, wo er auf der 2. Etappe seinen ersten Sieg auf WorldTour-Niveau einfuhr.
Paris–Nizza-Sieg gibt Selbstvertrauen
„Der Sieg bei Paris–Nizza war großartig, aber er hat gar nicht so viel verändert. Ich habe mich davon nicht tragen lassen. Wir wussten, dass es klappen kann, wenn alles zusammenpasst. An dem Tag war es so, und Mike (Teunissen, Anfahrer) hat einen herausragenden Job gemacht.“
„Als Team haben wir gezeigt, dass wir sehr gut zusammenarbeiten und was möglich ist, wenn alles ineinandergreift. Genau mit dieser Haltung gehen wir in die Tour.“
Über drei Wochen gilt er für manche als Geheimtipp für einen Massensprint-Erfolg, und die Zutaten, um die Favoriten zu überraschen, bringt er mit. Sprints sind naturgemäß unberechenbar – Stürze, Positionierung, der richtige Moment zum Antritt. Kanter glaubt, dass er seine Chance hat.
„Natürlich ist es hart, aber in Massensprints ist alles möglich. Tim Merlier hat vermutlich die höchste Endgeschwindigkeit und kann aus Positionen gewinnen, aus denen andere es nicht können. Aber das ist nicht alles. In einem Sprint spielen so viele Faktoren hinein; es kann alles passieren.“