„Ich würde Paul Seixas selbstverständlich für die Tour de France nominieren“ – Cédric Vasseur über den Franzosen und sein Duell mit Tadej Pogacar
Radsport
Paul Seixas steht in Frankreich in wirklich jeder Schlagzeile – und das aus gutem Grund. Seit Monaten wird der 19-Jährige vielerorts als „der neue Pogacar“ bezeichnet. Der Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen, denn bei Lüttich–Bastogne–Lüttich war er der Einzige, der dem Weltmeister Paroli bieten konnte. Es ist naheliegend, dass er dieselben Ambitionen bei der Tour de France hegt, sollte er in Barcelona an den Start gehen.
Ist Paul Seixas mit 19 bereit für die Tour de France?
Ein Top-Bergfahrer, Zeitfahrer, Klassikerjäger und kühler Kopf: Seixas liefert bereits alle Belege dafür, dass er nicht nur die Zukunft ist, sondern schon jetzt zur Weltspitze zählt. „Ich glaube nicht, dass wir uns hätten ausmalen können, Paul Seixas an den Hängen von La Redoute bei Lüttich–Bastogne–Lüttich mit Tadej Pogacar konkurrieren zu sehen“, sagte Cédric Vasseur im Interview mit Cyclism'Actu. Die große Frage für den früheren Cofidis-Teammanager ist, ob Seixas die Tour de France bereits fahren sollte. Diese Entscheidung fällt in den nächsten Tagen oder Wochen – denn die spezifische Vorbereitung auf die Tour beginnt jetzt im Mai.
„Ich bin wirklich hin- und hergerissen, weil ich finde, dass man gute Form nutzen muss, wenn man sie hat. Es gibt viele Beispiele: Fahrer trainieren in der Höhe, kommen zurück, und dann bricht sich Matteo Jorgenson beim Amstel Gold Race das Schlüsselbein – und alles zerfällt. Wenn man das Glück hat, in Topform zu sein, sollte man das Maximum herausholen.“
Wozu tendiert Vasseur, eine laute Stimme in den französischen Medien? „Ist es wirklich klug, sich mit 19 Jahren auf eine dreiwöchige Grand Tour einzulassen? Ich denke, das ist die Gleichung, die Dominique Serieys (Teammanager Decathlon CMA CGM, Anm.) und das Decathlon CMA CGM Team lösen müssen. Die Versuchung ist offensichtlich groß: Wenn man sieht, wie Seixas Pogacar ein wenig unter Druck setzt, will man das Juli-Spektakel miterleben.“
„Egoistischerweise wollen wir Paul Seixas in der Tour de France sehen. Aber wenn man im Sinne eines Karriereplans denkt, muss man aufpassen, sich nicht zu verbrennen. Zwei Wochen Rennen sind machbar, die dritte ist wirklich hart. Am Ende entscheiden Paul Seixas und sein Team – und wir akzeptieren es.“
Seixas kann bei einer Grand Tour überraschen
Objektiv betrachtet gibt es klare Bedenken, einen 19-Jährigen in die Tour de France zu schicken, zumal er mancherorts schon als Podiumskandidat gehandelt wird – gegen eine Generation um Pogacar, der auf seinem Terrain nahezu unantastbar wirkt. Mit dem Gewicht Frankreichs und einer 40-jährigen Durststrecke werden Millionen darauf hoffen, dass das Gelbe Trikot auf die Schultern des Decathlon-Fahrers wandert.
Das ist ein schwieriges Unterfangen. Aus mehreren Gründen würde Vasseur den Rohdiamanten dennoch in diesem Sommer zur Grand Boucle mitnehmen, wäre er Teamchef: „Wäre ich Manager, würde ich Paul Seixas ganz klar am Start der Tour de France aufstellen. In puncto Sichtbarkeit ist es für die Partner ein himmelweiter Unterschied, ob Paul Seixas dabei ist oder nicht. Also würde ich ihn definitiv beim Start in Barcelona einsetzen.“
„Wäre ich hingegen eine ihm nahestehende Person, würde ich ihn etwas bremsen und sagen: Vielleicht ist es besser, 2026 mit der Vuelta a España zu beginnen. Es kommt auf die Perspektive an. In jedem Fall ist er ein Phänomen. Mit 19 hat er bereits bewiesen, dass er Außergewöhnliches leisten kann. Also könnte er uns auch über drei Wochen überraschen.“

Paul Seixas bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026
Ist Seixas schon bereit für drei Wochen?
Es wirkt letztlich wahrscheinlich, dass Seixas sein Tour-Debüt in diesem Sommer gibt. Die größere Frage ist, wie er damit zurechtkommt. Dass er aktuell mit den Besten fahren kann, steht außer Zweifel. Aber eine dreiwöchige Rundfahrt stellt Anforderungen, die sich anderswo nicht simulieren lassen.
„Wir müssen auch sehen, wie Paul Seixas all die Belastungen verkraftet, die er seit Saisonbeginn hatte. Schauen wir auf die Fakten. Die Realität ist: Ein Fahrer wie Pogacar hat bislang nur fünf Renntage. Das heißt, er wird deutlich frischer zur Tour de France anreisen als Paul Seixas. Er bringt die Erfahrung vergangener Siege und Saisons mit. Wenn Paul Seixas also die Tour fährt, erwarten wir keinen Sieg in Paris – außer unter außergewöhnlichen Umständen“, argumentiert Vasseur.
Regeneration, Mediendruck, das Vermeiden von Krankheiten und Stürzen, die mentale Last des täglichen Positionskampfs in jeder Etappe, die Notwendigkeit, die Ernährung Tag für Tag auf den Punkt zu bringen… Unzählige Aspekte trennen Grand-Tour-Spezialisten von Etappenrundfahrern. Fakt ist: Solange Seixas nicht eine dreiwöchige Rundfahrt im Kreis der Besten beendet hat, ist er noch keiner von ihnen.
„Verläuft die Tour de France normal, wird es eher eine Tour der Entdeckung und des Lernens – mit dem Ziel eines guten Gesamtklassements und vor allem von Etappensiegen.“
Sein Sieg bei der Tour de l’Avenir im vergangenen Sommer ist ein starker Indikator für sein Potenzial. Nun trifft er jedoch auf ein deutlich stärkeres Peloton und eine doppelt so lange Rundfahrt. Die Vorzeichen sind positiv, doch ebenso wichtig sind Vorsicht und Bewusstsein für die Dimension.
„Er wirkt bereit. In Interviews tritt er souverän auf, da gibt es keine Probleme. Er scheint den Druck sehr gut zu handhaben. Der Druck der Tour de France ist jedoch eine ganz eigene Nummer. Und du hast recht: Die mediale Last läge komplett auf seinen Schultern. Mit 19 trägt man das in der ersten Tour-Hälfte oft noch gut – es kann aber auch erdrückend werden.“
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Radsportaktuell.de und berichtet über den professionellen Radsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Liveblogs zu wichtigen Renntagen und Etappen, bei denen er das Geschehen in Echtzeit begleitet und Ergebnisse sowie taktische Entwicklungen fortlaufend einordnet. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um Teams, Fahrer und den Rennkalender.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattformen vernetzt, darunter Nicolas Gayer und Oliver Ried. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









