Der Sieg auf der 3. Etappe der Tour of Turkey 2026 war für Iván Sosa mehr als nur ein weiteres Resultat. Er schloss ein Kapitel schwieriger Jahre. Der Kolumbianer
gewann den die Königsetappe mit Bergankunft am Kiran. Für Equipo
Kern Pharma eröffnet das ein ideales Szenario für den Kampf um die Gesamtwertung, die nun von ihrem Fahrer angeführt wird.
Iván Sosas Königsetappen-Sieg und Gesamtführung
„Ich bin sehr glücklich, wirklich glücklich, weil ich eine sehr schlechte Phase hatte, in der ich nicht wusste, was los war“, gab der Kolumbianer nach der Etappe zu und erinnerte an die körperlichen Probleme, die seine Form zuletzt gebremst hatten. Nach einer Operation im vergangenen Jahr habe er endlich Antworten gefunden: „Wir haben dieses Problem gelöst, und das gibt mir viel Ruhe.“
Sosa hob zudem die Unterstützung in den schwersten Momenten hervor und betonte die Rolle der Menschen, die ihm am nächsten stehen. „Dieser Sieg ist für alle, die mir geholfen haben: meine Frau, meinen Sohn, meine Familie und natürlich das Team“, sagte er sichtlich bewegt nach dem erneuten Jubel – etwas, das ihm über mehrere Saisons verwehrt geblieben war.
Sein letzter Sieg datierte von der Tour of Langkawi 2022. Ähnlich wie Nairo Quintana bei der Volta a Asturias vor wenigen Tagen feierten beide Fahrer nahezu zeitgleich ihre ersten Erfolge seit vier Jahren.
Iván Sosa gewinnt Etappe 3 der Tour of Turkey
Weit entfernt von einem kalkulierten Vorstoß entstand die entscheidende Attacke aus purem Instinkt am 9 Kilometer langen Anstieg mit fast 10% im Schnitt. „Ich hatte es nicht geplant“, gab er zu. „Es fühlte sich sogar lang an, weil ich mich nicht daran erinnerte, dass es so hart ist“, sagte er über das Finale. Den Moment las er dennoch perfekt: „Ich sah, dass alle zögerten, und dachte, wir haben nichts zu verlieren, wenn wir es versuchen.“
Diese Entscheidung reichte, um das Rennen zu spalten und einen Sieg zu sichern, der ihn zugleich in Führung der Gesamtwertung brachte. Eine klare Ansage, die seine Rückkehr auf Topniveau bestätigt. Um die Gesamtwertung zu gewinnen, wird es jedoch nötig sein, solche Auftritte im Verlauf dieser Woche in der Türkei mehrfach zu wiederholen.
Hoffnung auf das Gesamtklassement, aber mit Vorsicht
Mit dem Führungstrikot auf den Schultern versteckt Sosa seine Ambitionen nicht, bleibt aber geerdet. „Der Sieg gibt uns viel Hoffnung und Vertrauen“, sagte er, sich der noch langen Rennwoche bewusst. „Wir wissen, dass sehr starke Fahrer dabei sind, also werden wir versuchen, die Gesamtwertung zu verteidigen.“
Trotzdem weicht er dem Ziel nicht aus: „Wenn wir gewinnen können, wäre das fantastisch“, schloss er. Eine klare Botschaft eines Fahrers, der sich nach Jahren der Ungewissheit im internationalen Peloton wieder relevant und konkurrenzfähig fühlt.