Sepp Kuss war einer der Schlüsselakteure für Visma - Lease a Bike beim Etappensieg von Matthew Brennan auf der 2. Etappe der La Vuelta a España 2026. Der US-Amerikaner sprach im Ziel in Manosque mit Laura Meseguer von Eurosport und erläuterte die Strategie, mit der das niederländische Team in einem Finale mit mehreren Optionen die Oberhand behielt.
Der Plan war klar definiert. Visma
wollte den Anstieg auf den letzten Kilometern nutzen, um Wout van Aert zu lancieren und gleichzeitig Brennan als Sprintoption bereitzuhalten.
„Die Idee war, mit Wout zwei Kilometer vor dem Ziel auf dieser Rampe anzugreifen“, erklärte Kuss
bei Eurosport und hob die Vielseitigkeit des Teams hervor, das Finale mit unterschiedlichen Karten zu spielen.
Kuss lässt Gesamtwertung als mögliches Ziel offen
Die Strategie ging perfekt auf. Van Aert beschleunigte, Tadej Pogačar folgte, und die Attacke zwang das Feld zur Reaktion, bevor Brennan im Sprint auftrumpfte. „Wir hatten den Plan, entweder mit Wout oder ebenso mit Matthew zu gewinnen“, räumte Kuss ein und lobte zudem die Arbeit von Christophe Laporte, der den jungen Briten in eine ideale Position brachte.
„Mit Christophe als Anfahrer kommt er immer in eine gute Position, und er hat einen brutalen Sprint“, ergänzte der Amerikaner. Brennan nutzte das konsequent und feierte seinen ersten Sieg bei einer Grand Tour – ein Erfolg, der aus Kuss’ Sicht besonders wichtig ist, um den Druck im Team zu mindern. „Ein Sieg früh im Rennen nimmt immer ein bisschen Druck raus“, bemerkte er.
Brennans Triumph war für Kuss nicht das einzige Thema. Der Amerikaner bestreitet diese Vuelta in einer anderen Rolle als in früheren Ausgaben und weiß, dass er einer der besten Kletterer bei Visma sein kann. Er hat aber noch nicht entschieden, ob er die Gesamtwertung ins Visier nimmt oder auf Etappensiege geht.
Kuss’ ein klares Ziel vor dem Start
Kuss, Sieger der La Vuelta 2023, erinnerte daran, dass er vor dem Rennen eine klare Priorität hatte: das Gefühl eines Grand-Tour-Sieges wiederzufinden. „Für mich wäre es wichtiger, zu versuchen, eine Etappe zu gewinnen, als auf die Top 10 oder Top 5 zu fahren“, erklärte er.
Der Amerikaner ist überzeugt, dass ein Sieg bei der La Vuelta besonderes Gewicht hat, und will diese Chance nicht durch eine zu frühe Festlegung auf eine konservative Strategie vergeben. Er schließt jedoch auch den Kampf um die Gesamtwertung nicht aus.
„Wir werden sehen, wie ich mich in der ersten Woche fühle, ob ich auf die GC fahre oder in Ausreißergruppen nach Chancen suche“, schloss Kuss und hält sich alle Optionen offen, bevor die ersten großen Bergetappen anstehen.