„Ich will mich im Moment nicht in einen chaotischen Massensprint stürzen“ – Michael Matthews scheut Sprints nach schwerem Doppelarmbruch

Radsport
Mittwoch, 10 Juni 2026 um 13:40
Michael Matthews before stage 4 of the Tour Auvergne-Rhône-Alpes
Michael Matthews zögert, im Massensprint der Tour Auvergne-Rhône-Alpes vor der 4. Etappe am Mittwoch alles zu riskieren. Der australische Schnellmann ist in starker Form, nachdem er ein solides Mannschaftszeitfahren für Team Jayco AlUla ablieferte, hat aber gute Gründe, nicht in einem chaotischen Finale bis zur Linie zu gehen.
Matthews kehrt beim WorldTour-Rennen nach fünf Monaten Pause infolge eines Trainingssturzes zurück. Die Art seiner Verletzungen machte die Reha für „Bling“ jedoch besonders. Beim Moto-Pacing kollidierte er mit einem Feuerwehrfahrzeug und zog sich mehrere Verletzungen zu.
Ein gebrochener Arm und zwei gebrochene Handgelenke, durchtrennte Daumensehnen und Frakturen im Gesicht lautete die Bilanz des Horrorsturzes am 05.03.2024. Nach einer beeindruckenden Genesung steht er gut drei Monate später in Südostfrankreich wieder am Start.
Zwar ist Matthews wieder wettkampffit, doch auf die zusätzliche Hektik und das Risiko eines Massensprints verzichtet er lieber, als man ihn fragte, ob er am Mittwoch im Sprint um den Sieg mitsprintet. Zunächst einmal ist er zufrieden mit seiner Form und seiner Leistung im Mannschaftszeitfahren.

Matthews zufrieden mit Comeback nach Verletzung

„Ich denke, die ersten zwei Tage waren sehr solide“, sagte er zu Cycling Pro Net. „Nach fünf Monaten ohne Rennen war das natürlich ein Schock für den Körper. Gestern lag mir etwas besser, kürzer und explosiver. Ich glaube, ich bin ein gutes MZF gefahren. Hoffentlich wird es im Verlauf dieser Rundfahrt immer besser.“
Die 4. Etappe bietet den schnellen Männern eine der wenigen Chancen zwischen brutalen Bergetappen. Allerdings sorgen anspruchsvolle Anstiege und die geringe Anzahl reiner Sprintzüge laut Matthews für einen chaotischen Tag.
Als reiner Topsprinter gilt Matthews nicht, doch in reduzierten Gruppen auf hügeligen, intensiven Tagen ist er regelmäßig erfolgreich.

„Unvorhersehbare“ Etappe steht bevor

Der 35-Jährige hat sich eine beeindruckende Karriere mit 44 Siegen erarbeitet, dämpfte jedoch die Erwartungen, am Mittwoch Nummer 45 zu holen.
„Im Moment möchte ich mich mit meinen Armen nicht in einen unruhigen Massensprint stürzen, aber wir nehmen, was kommt, und schauen, welche Chancen sich ergeben. Wir haben ein paar Jungs, die aus einer Ausreißergruppe gewinnen können, aber mal sehen. Ich denke, es wird eine unvorhersehbare Etappe.“
Er ergänzte: „Solche Hochgeschwindigkeitssprints und das absolute Chaos mochte ich nie besonders. Ein etwas kniffligerer Sprint wäre mir lieber. Am Ende nehmen wir, was wir kriegen können. Wir gehen auf die sich bietende Gelegenheit, aber mir wäre es etwas technischer lieber.“
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