„Es war ein enormer Prozess“ – Michael Matthews enthüllt das volle Ausmaß seines Horror-Sturzes nach einer harten sechswöchigen Genesungsphase

Radsport
Samstag, 18 April 2026 um 16:00
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Die Saison 2026 von Michael Matthews hat sich als deutlich ernster herausgestellt als zunächst angenommen. Der Australier schildert nun das volle Ausmaß der Verletzungen aus seinem Trainingssturz im März und den langen Weg zurück.
Sechs Wochen nach dem Vorfall, der seine Frühjahrsklassiker komplett gestrichen hat, legt der Fahrer von Team Jayco AlUla eine Liste an Verletzungen und Operationen offen, die die Tragweite des Rückschlags unterstreicht.

Mehrere Operationen und schwere Verletzungen verdeutlichen das Ausmaß des Rückschlags

In einem Update, das über sein Team geteilt wurde, erläuterte Matthews die tatsächliche Schadenslage und ging über die ersten Berichte gebrochener Handgelenke hinaus. Er beschrieb eine weitaus komplexere medizinische Situation. „Am 05.03. hatte ich im Training einen schweren Sturz“, sagte er. „Ich hatte eine offene Fraktur im rechten Arm, durchtrennte Sehnen im Daumen, und ich habe mir das linke Handgelenk und den linken Daumen gebrochen. Deshalb musste ich mehrere Operationen über mich ergehen lassen.“
Die Behandlung zog sich über mehrere Länder und zeigte Dringlichkeit wie Schwere der Verletzungen. „In Italien wurde mein linker Arm sofort operiert, zwei Tage später flog ich nach Belgien zur OP an den Sehnen im rechten Daumen“, führte Matthews aus. „Obendrein hatte ich eine gebrochene Augenhöhle. Es war also ein riesiger Prozess.“
Die zusammen mit dem Update veröffentlichten Bilder, die Matthews im Krankenhaus mit immobilisierten Armen und sichtbaren Gesichtsverletzungen zeigen, verdeutlichen die Härte des Sturzes und die unmittelbaren Folgen.

Schrittweise Rückkehr nach kompletter Zwangspause

In den ersten Wochen der Genesung war Matthews nahezu komplett trainingsunfähig, ein scharfer Kontrast zur Form, die er in den ersten Wochen der Saison aufgebaut hatte.
„Wir sind jetzt sechs Wochen weiter, und zum Glück kann ich meine Finger wieder bewegen“, sagte er. „Es hat lange gedauert. Drei Wochen lang konnte ich gar keinen Sport treiben, danach konnte ich etwas spazieren und ins Fitnessstudio gehen. Vier Wochen nach dem Sturz durfte ich auf den Rollentrainer, und mein Körper kam langsam wieder in Gang. Inzwischen konnte ich dreimal draußen fahren.“
Dieser Zeitplan zeigt, wie tief der Einschnitt war. Aus einer vermeintlichen Frühjahrs-Absage wurde ein kompletter körperlicher Neustart, bei dem sogar grundlegende Bewegungen erst in den vergangenen zwei Wochen zurückkamen.
Matthews würdigte zudem die große Unterstützung in dieser Phase – und die Grenzen, die seine Verletzungen setzten. „Ich möchte mich bei allen für die Nachrichten bedanken. Weil ich meine Finger wochenlang nicht bewegen konnte, konnte ich nicht jedem antworten. Das war schwierig. Aber ich habe an eure Nachrichten gedacht und an die Unterstützung durch das Team.“
Michael Matthews beim Beking Criterium 2025 in Monaco
Michael Matthews at the 2025 Beking Criterium in Monaco

Passgenaue Form verpufft – Saison startet neu

Neben den physischen Folgen verstärkt das Timing des Sturzes die Frustration. Der Australier war mit einem Sieg beim Gran Premio Castellón in seine Saison 2026 gestartet und hatte einen wichtigen Trainingsblock für seine Paraderennen abgeschlossen. „Es war eine schwierige Zeit, denn ich stürzte genau nach einem großen Trainingsblock für die wichtigen Rennen“, schloss er.
Mit Mailand–Sanremo und den übrigen Frühjahrsklassikern längst vorbei, ist Matthews’ Saison faktisch zweigeteilt. Der Fokus verlagert sich von frühen Zielen auf einen langfristigen Wiederaufbau. Eine Rückkehr in die Weltspitze hängt davon ab, wie die Genesung in den kommenden Wochen verläuft.
Für einen Fahrer in diesem Karriereabschnitt geht es nicht mehr nur darum, Form zu finden, sondern nach einem erheblichen körperlichen Rückschlag wieder aufzubauen. Die Fortschritte der vergangenen sechs Wochen sind ein Ansatzpunkt, doch der Weg zurück an die Spitze bleibt ungewiss.
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