Tom Pidcock hat - wie schon 2025 - seine Saison in starker Form eröffnet, konnte daraus zunächst aber zu wenig machen. Nach sieben Renntagen holte der Kapitän des Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team endlich seinen ersten Saisonsieg und durfte nach mehreren vergebenen Chancen jubeln.
Der Brite setzte zum Auftakt konsequent auf Spanien: welliges Terrain, Sonne und nominell schwächere Konkurrenz als bei der UAE Tour oder der Volta ao Algarve. Doch der Wind bei der Vuelta a Murcia machte ihm einen Strich durch die Rechnung. UAE Team Emirates - XRG schnappte sich den Auftaktsieg und neutralisierte Pidcocks späten Angriff.
Ein starker Antritt - und viele verpasste Gelegenheiten
Die zweite Etappe fiel aus - Pidcock verlor damit seine Chance auf schnelle Revanche. Kurz darauf konterte UAE ihn bei der Clasica Jaen Paraiso Interior erneut aus, mehr als Rang zwei sprang nicht heraus. In Andalusien griff er mit starken Beinen an, doch er und sein Team verpassten auf Etappe 2 den entscheidenden Vorstoß von Ivan Romeo und Andreas Leknessund, der das Gesamtklassement entschied.
Tom Pidcock bei der Vuelta a Andalucia 2026
Damit war die Gesamtwertung verloren, obwohl Pidcock auf der Straße erneut der Stärkste war - wie bei der heutigen Ankunft in Llucena. Das Feld erreichte den Schlussanstieg geschlossen, dann setzte der Brite seinen Antritt. Bergauf schüttelte er einige der besten Puncheure der Welt direkt ab und flog zu seinem ersten Etappensieg der Saison.
Ein Ende eines frustrierenden Saisonstarts
„Es fühlt sich großartig an. Gestern wurde ich wirklich frustriert, weil wir diesen Winter so hart trainiert haben, wir sind große Verpflichtungen eingegangen, wir sind nach Chile gereist… Wir haben so viel Arbeit reingesteckt und ja, wir haben hier Chancen verpasst“, sagte Pidcock in einem offenen Interview nach dem Rennen.
Unter normalen Bedingungen hätte heute die Gesamtwertung fallen können - mit Vorteilen für ihn. Doch der Brite lag bereits deutlich hinter dem späteren Sieger Ivan Romeo zurück. Er haderte mit den Entscheidungen dieses Tages: „Wir haben den Fehler gemacht, die Strecke hier falsch einzuschätzen. Es war nicht perfekt, und wir haben die Gesamtwertung an einem Tag ziehen lassen. Da war ich frustriert, weil wir Möglichkeiten vergeudet haben.“
Bevor es für ihn nach Belgien zum Omloop Het Nieuwsblad und anschließend nach Italien zur mit Spannung erwarteten Strade Bianche geht, wo er als größter Rivale von Tadej Pogacar gilt, hat sich Pidcock nun den dringend benötigten Sieg gesichert. Er stärkt sein Selbstvertrauen und gibt Rückenwind für die kommenden Klassiker.
„Heute haben wir zugepackt, das Team war großartig und ich habe es vollendet - das macht alles lohnenswert. Es ist leichter, in die Saison zu kommen, wenn der erste Sieg im Sack ist, das nimmt ein bisschen Druck raus“, schloss er.