„Ich sah, dass Tadej Pogacar wütend war“ – Rolf Sorensen erlebte bei der Machtdemonstration am Alpe d’Huez eine neue Seite des Tour-de-France-Gesamtführenden

Radsport
Samstag, 25 Juli 2026 um 13:30
Tadej Pogacar bei der Tour de France
Der frühere Tour de France-Etappensieger und TV2-Experte Rolf Sørensen sieht Frust als Triebfeder hinter Tadej Pogačars Rekordsieg am Alpe d’Huez.
Pogačar begann den Schlussanstieg mit mehr als drei Minuten Rückstand auf die Restgruppe, während UAE Team Emirates – XRG von Krankheit geschwächt war und Brandon McNulty bereits ausgeschieden. Sørensen hatte den Eindruck, dass das Gelbe Trikot immer weniger bereit war, eine der prestigeträchtigsten Tour-Etappen davoneilen zu lassen.
„Man sah ihm an, dass Pogačar heute frustriert und wütend war“, sagte Sørensen bei TV2. „Der Sieg begann ihm zu entgleiten.“
Anstatt seinen Vorsprung von über sieben Minuten im Gesamtklassement zu verwalten, griff Pogačar gut 11 Kilometer vor dem Ziel an und begann sofort, den Abstand auf Richard Carapaz, Lenny Martinez und Sepp Kuss zu reduzieren.

Sørensen sieht Frust als Auslöser für Pogačars Attacke

Die Probleme bei UAE waren in den Vortagen sichtbar. McNulty hatte aufgegeben, Adam Yates erholte sich noch von einer Erkrankung und mehrere Teamkollegen konnten Pogačar in den Bergen nicht wie gewohnt stützen.
„Seine Teamkollegen waren krank und sind es noch“, sagte Sørensen. „McNulty stieg gestern aus, und er hat mit der Unterstützung im Team wirklich zu kämpfen gehabt.“
Felix Großschartner leistete vor Pogačars Attacke dennoch einen kraftvollen Einsatz, während Yates nach seinem Rückfall aus der Ausreißergruppe kurz mithalf. Den Großteil der Verfolgung erledigte der Tour-Leader jedoch allein.
Pogačar überholte Thymen Arensman noch vor den Schlusskilometern, in denen Carapaz und Martinez weiter um den Etappensieg kämpften. Der am Fuß des Alpe d’Huez komfortabel wirkende Vorsprung war nahezu aufgebraucht.
„Heute hieß es also: alles oder nichts“, sagte Sørensen.

Wut schreibt Geschichte am Alpe d’Huez

Pogačar stellte Carapaz und Martinez innerhalb der letzten zwei Kilometer und attackierte erneut unter der Flamme Rouge. Keiner konnte mitgehen, als er einen seiner markantesten Tour-Siege vollendete.
Seine gemeldete Kletterzeit von 35:27 unterbot die lange als Referenz geltende Marke von Marco Pantanis 1997er Fahrt um mehr als eine Minute. Zudem ist Pogačar nach Geraint Thomas erst der zweite Fahrer, der am Alpe d’Huez im Gelben Trikot gewinnt.
„Eine riesige Leistung“, sagte Sørensen. „Pogačar war heute sehr, sehr glücklich und stolz.“
Die Etappe bot Pogačar wenig Anlass, für das Gesamtklassement zu riskieren. Sein Vorsprung war bereits erdrückend und sein Team nicht in Bestbesetzung.
Sørensen sah stattdessen einen Fahrer, den der drohende Etappenverlust irritierte, bereit, nahe dem Fuß des Alpe d’Huez anzugreifen und mehr als drei Minuten fast ausschließlich aus eigener Kraft zuzufahren.
Am Gipfel war der von Sørensen ausgemachte Frust einer fünften Etappe dieses Toursiegs und der schnellsten gemeldeten Auffahrt in der Geschichte des Alpe d’Huez gewichen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading