„Ich konnte ihn beruhigen“ – Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen arbeiten gemeinsam auf den Tour-de-France-Coup in Voiron hin
Radsport
Alpecin - Premier Tech ist ein Team mit Klassikerspezialisten, und die heutige 17. Etappe der Tour de France war ein Tag, an dem diese Qualität Gold wert war. Jasper Philipsen gewann den Sprint einer Ausreißergruppe – gecoacht von Mathieu van der Poel und unterstützt von Teamkollegen, die stets am richtigen Ort waren.
Die Etappe führte über 174 Kilometer, 2400 Höhenmeter und wurde mit einem Schnitt von über 47 km/h absolviert. Ein klarer Beleg für ein hohes Tempo von Start bis Ziel. Obwohl die Tagesflucht früh stand, war Mathieu van der Poel auf der Höhe des Geschehens und stets aufmerksam.
Als Mads Pedersen mit einer kleinen Gruppe attackierte, deckte Edward Planckaert den Vorstoß, und mangels sauberer Zusammenarbeit brach die Bewegung des Dänen zusammen – der Schluss sollte später im Sprint fallen. Doch auch dann musste Jasper Philipsen liefern: erst in eine bereits etablierte Gruppe springen und anschließend die Beine für den Sprint haben.
„Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich musste bis Etappe siebzehn warten. Ich habe mich gut vorbereitet und bin in der Form meines Lebens, aber die ersten zwölf Tage waren schrecklich“, gestand ein emotionaler Philipsen. „Ich habe mich selbst nicht gefunden und nicht das Gefühl, das ich gesucht habe. Nach siebzehn Etappen zu gewinnen… Ich habe wirklich für das Team gewonnen. Sie haben immer an mich geglaubt“.
„Ich muss allen danken. Ich war am Tisch wie ein wütender Vogel. Ich war enttäuscht, dass ich keine Etappe gewinnen konnte. Das Team musste damit umgehen. Dieser Sieg ist für sie. Wir haben bis zu dieser Etappe gekämpft.“ Philipsen war nach den Sprints in den ersten Tour-Wochen oft frustriert, verpasste Siege, obwohl ihn Mathieu van der Poel mehrfach in perfekter Position zur Linie brachte.

Van der Poel und Philipsen haben erneut gemeinsam für Alpecin - Premier Tech Großes erreicht
Weil allgemein erwartet wurde, dass die 17. Etappe an eine Ausreißergruppe gehen würde, waren Philipsens Chancen zunächst gering. Der Sprinter brachte den Triumph zum Alpecin-Bus zurück, doch er musste ihn sich selbst erarbeiten, ohne auf einen klassischen Massensprint zu setzen.
Er gehörte nicht zu den ersten Fluchtgruppen und tat sich an den Anstiegen schwer – attackierte dann aber rechtzeitig aus dem Feld, um noch auf den Ausreißerzug aufzuspringen.
„Dieser Sieg hat mich ein paar Jahre meines Lebens gekostet. Ich kämpfte zwischen den Gruppen“, beschrieb er. „Ich dachte, die Etappe sei verloren, aber das Team glaubte weiter. Wir versuchten, einen Plan zu machen. Am Ende waren sie super stark und brachten mich perfekt Richtung Ziel.“
Philipsen zweifelte an sich und löschte Instagram in schwieriger Tour
Philipsen erlebte eine sehr harte erste Tour-Woche, zumal die Erwartungen nach dem Gesamtsieg bei der Baloise Belgium Tour und der dort gezeigten Topform hoch waren.
„Ich habe alles getan, was ich konnte. Ich hatte mit dem Team eine gute Vorbereitung. Vielleicht war ich wegen der Hitze nicht ich selbst, vielleicht war es etwas anderes. Fakt war: Ich war nicht auf dem Level, das ich mir erhofft hatte. Mental war es eine Achterbahnfahrt. Der Mist, den man auf Instagram abbekommt. Ich habe versucht, mit meinen Teamkollegen in unserer eigenen Blase zu bleiben und an unseren Zielen zu arbeiten“, sagte er und räumte ein, dass er Instagram nach der Kritik von seinem Handy gelöscht habe.
Mit diesem Sieg rückte er im Kampf um Grün weiter heran, nur noch 7 Punkte hinter Mads Pedersen – während Biniam Girmay am Mittwoch aus dem Rennen um das Trikot fiel.
„Pedersen hat auch viele Punkte in den Zwischensprints geholt. Die nächsten Etappen werden hart, aber wir kämpfen bis Paris.“
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Mathieu van der Poel dirigierte Jasper Philipsen zum dringend benötigten Sieg
Mathieu van der Poel war der Schlüssel zu diesem Erfolg. Er zog Philipsen im letzten Kilometer an, vor allem aber lenkte und koordinierte er die Alpecin-Aktionen über den ganzen Tag.
„Ich habe den ganzen Tag versucht, auf alles zu reagieren und im Mix zu bleiben. Ich denke, wir sind als Team ein sehr starkes Rennen gefahren. Ich selbst blieb den ganzen Tag ruhig“, sagte Mathieu van der Poel gegenüber mehreren Medien, darunter Wielerflits. „Olav Kooij war noch in unserer Gruppe, also wusste ich, dass das Rennen weiterhin offen war.“
Als Pedersen das Rennen anführte und dahinter sogar Quinn Simmons beim Zwischensprint schneller wirkte, war klar, dass Philipsen von Lidl-Trek von allen Seiten unter Druck gesetzt wurde. In solchen Momenten war van der Poels Präsenz entscheidend für Philipsen, der am Limit war, nur um Teil der Spitze zu bleiben.
„Ich habe Jasper ziemlich früh gesagt, dass er ruhig bleiben und sich voll auf den Schluss konzentrieren soll. Wie ich gestern gesagt habe: Wir hatten diese Etappe wirklich im Visier. Das hat auch gut funktioniert. Als das Feld komplett in Gruppen zerfiel, hatten wir überall jemanden vertreten. Das ist sicher Teil des Sieges.“
Als Anfahrer lieferte van der Poel erneut perfekt ab und half beim großen Teamziel der Tour: „Ich denke, heute wurden im Ziel fünfzig Punkte vergeben, also hat er wieder Boden gutgemacht. Jasper war beim Zwischensprint halb in Panik, aber ich konnte ihn schnell beruhigen, damit er sich nur auf den Etappensieg konzentriert. Dann kommen die Punkte von allein. Er hat das sehr schön vollendet“, schloss der Sieger der 9. Etappe.

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
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