EILMELDUNG: Jasper Philipsen nach Ellenbogeneinsatz gegen Pavel Bittner im Sprint der 11. Tour-de-France-Etappe zunächst zurückversetzt – Minuten später wurde die Entscheidung wieder aufgehoben
Der Fahrer von Alpecin-Premier Tech stand zunächst hinter Søren Wærenskjold und Olav Kooij auf dem Podium. Nach Sichtung des Kontakts zwischen beiden wurde Philipsen zunächst zurückversetzt. Wenige Minuten später nahm die Jury diese Entscheidung jedoch wieder zurück.
Damit bleibt Philipsen ein wertvolles Ergebnis an einem Tag erhalten, an dem er seine Aufholjagd im Kampf um das Grüne Trikot neu beleben wollte. Er war als Vierter der Punktewertung in die Etappe gestartet, 62 Zähler hinter Mads Pedersen.
Die kurzzeitig ausgesprochene und anschließend aufgehobene Strafe sorgte dennoch für Diskussionen. Philipsen war in der Vergangenheit bereits bei der Tour de France und der UAE Tour nach umstrittenen Sprintmanövern zurückversetzt worden.
Philipsen verliert Nevers-Podium nach Bittner-Vorfall nicht
Waerenskjold überraschte die etablierten Favoriten mit einem langen Antritt und hielt Kooij bis zur Linie auf Distanz, um seinen ersten Tour-de-France-Etappensieg zu feiern. Philipsen kam nach Kontakt mit Bittner im Positionskampf als Dritter ins Ziel. Die Jury versetzte den Belgier anschließend zurück und verwehrte ihm damit sowohl den Podestplatz als auch die dazugehörigen Punkte.
Im Kampf um das Grüne Trikot war das letztlich also doch nicht besonders teuer. Pedersen landete außerhalb der Top 10, während Biniam Girmay zunächst Sechster wurde – eine Konstellation, die Philipsen die Chance bot, auf beide Konkurrenten deutlich Boden gutzumachen.
Stattdessen verschärfte die Zurückversetzung eine Punktejagd, die bereits durch eine Reihe verpasster Gelegenheiten gelitten hatte. Trotz wiederholter starker Unterstützung durch Mathieu van der Poel und den Lead-out von Alpecin-Premier Tech blieb Philipsen nach 11 Renntagen ohne Etappensieg.
Frühere Sprintkontroversen rücken erneut in den Fokus
Philipsen stand bei der Tour 2023 in der Kritik, nachdem er Biniam Girmay in Bordeaux in Richtung Absperrung gedrängt hatte. Später zog er vor Pascal Eenkhoorn rüber, als der Niederländer in Etappe 18 attackieren wollte, auch wenn keiner der Vorfälle zu einer Zurückversetzung führte.
Eine offizielle Strafe folgte in Etappe 6 der Tour 2024. Philipsen wurde nach Platz zwei in Dijon zurückversetzt, weil er von seiner Linie abwich und den Raum für Wout van Aert schloss, wodurch der Visma-Fahrer seinen Sprint unterbrechen musste.
Erneut sanktioniert wurde Philipsen auf der Auftaktetappe der UAE Tour 2025, als ihm nach einem weiteren zweiten Platz die Jury wegen Linienabweichung das Ergebnis aberkannte.
Die Entscheidung von Nevers bedeutete die dritte Zurückversetzung in etwas mehr als zwei Jahren und einen weiteren Tour-de-France-Eintrag in Philipsens Sanktionsliste. Statt mit einem Podium auf Pedersen aufzuschließen, verließ er Etappe 11 weiter zurück im Kampf um Grün und weiterhin auf der Suche nach seinem ersten Sieg dieser Rundfahrt.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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