Die Alpe d’Huez zählt zu den großen Schauplätzen der Tour de France 2026. Der berühmteste Anstieg der Alpen bildet das Finale der letzten beiden Bergetappen der diesjährigen Grand Boucle; und Tadej Pogacar erzählte eine bemerkenswerte Anekdote von einer früheren Auffahrt, bei der sein eigenes Auto in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Das passierte 2022. Am Vortag hatte Jonas Vingegaard am Col du Granon attackiert und dem Slowenen das Gelbe Trikot abgenommen. An der Alpe d’Huez wollte Pogacar es dem Dänen wieder entreißen, beide fuhren einen starken Anstieg.
Im Publikum stand seine Verlobte Urska Zigart. Weniger ideal: Die Fahrerin von AG Insurance - Soudal war mit dem privaten Auto des Paares auf den Berg gefahren. Daran erinnerte sich Pogacar bei der Pressekonferenz am Ruhetag.
„Ich bin irgendwie froh, dass Urška diesmal nicht mit meinem Auto hochfährt, so wie 2022. Ich erinnere mich, wie dreckig das Auto war, weil alle es angefasst und geschüttelt haben“, scherzte er gut gelaunt.
„Also bin ich ganz froh, dass mein Privatwagen da oben nicht steht, denn ich glaube, es wird verrückt.“
Tadej Pogacar bei der Tour de France 2026
Pogacar freut sich auf die erneute Auffahrt zur Alpe d’Huez
Der Anstieg mit 13 Kilometern und 21 Kehren ist einer der ikonischsten Orte des Radsports. An diesem Freitag auf Etappe 19 fährt das Peloton die Rampe in voller Länge. Auf Etappe 20 geht es nur über die Schlusskilometer, zuvor steht der Col de Sarenne an.
Sportlich dürfte der Slowene Topfavorit auf beide Etappen sein und sie voraussichtlich im Gelben Trikot in Angriff nehmen.
„Das wird fantastisch. Ich hoffe, es geht nichts schief. Es wird ein großartiges Tour-Finale“, sagte er mit Blick auf das bevorstehende Wochenende.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.