Erstmals seit 2014 kehrt die
Tour de France 2027 in das Vereinigte Königreich zurück und führt durch die drei historischen Regionen Schottland, England und Wales.
Geraint Thomas, damals 28 und mitten im Übergang zum Gesamtklassement-Fahrer, erinnert sich noch gern an jene Tage. Nun im Ruhestand, freut er sich, dass die Grande Boucle in seine Heimat zurückkehrt – inklusive einer Etappe über seine Trainingsstraßen rund um Cardiff.
In seinem Podcast
Watts Occurring sagte Thomas: „Dass die Tour überhaupt wieder im Vereinigten Königreich startet, ist großartig – aber nach Cardiff zu kommen. Das ist verrückt. Dort sind wir aufgewachsen, auf diesen Straßen, und haben davon geträumt, eines Tages die Tour zu fahren, irgendwo in der Ferne.“
„Frankreich, warm und sonnig, die Zuschauer, all die Menschen an den Anstiegen. Eine andere Welt, ein anderer Planet. 25 Jahre später geht es über genau diese Straßen. Das geht mir nicht in den Kopf.“
Thomas hängte Ende 2025 nach einer fast zwei Jahrzehnte währenden Karriere das Rad an den Nagel. Er gewann 2018 die
Tour de France sowie Paris–Nizza, das Critérium du Dauphiné, die Tour de Suisse und die Tour de Romandie. Der Allrounder, der Anfang dreißig zum GC-Fahrer reifte, stand 2023 auf dem Giro-Podium, verlor ein Jahr nach seinem eigenen Triumph die Tour gegen Teamkollege Egan Bernal – und 2022 noch einmal.
Keine Reue
Natürlich wäre die
Tour de France auf heimischen Straßen
ein größeres Abschiedsbühnenbild gewesen als „nur“ die Tour of Britain, doch der Waliser bereut seinen Rücktritt nicht.
„Wir hatten etwas früher eine Vorwarnung, wir wussten, dass es in der Pipeline ist“, erklärte er. „Selbst als ich noch fuhr, dachte ich: ‚Das wäre so gut, das zu machen‘, aber es lag so weit weg, da gab es keine Chance, dass ich so lange durchhalte.“
„Ich war bei der Pressekonferenz als Botschafter dabei. Ich stand dort mit dem First Minister und [Christian] Prudhomme, und das war auch etwas seltsam. Ich bin definitiv auf die andere Seite gewechselt, ich bin kein Athlet mehr“, sagt der neue Teammanager von
Ineos Grenadiers.
Dennoch können sich viele Fahrer der britischen Teams auf Heimpublikum freuen, insbesondere Neuzugang Oscar Onley, der rund zwei Stunden mit dem Rad von Edinburgh, dem Schauplatz des Grand Départ 2027, aufwuchs, sowie Landsmann Joshua Tarling. Doch jeder Brite im Aufgebot wird dem Ereignis gleichermaßen entgegenfiebern, weiß Thomas aus Erfahrung:
„Für mich bei Ineos, das ist natürlich ein britisches Team“, sagte er. „Das ist riesig für die Mannschaft. Als der Start in Yorkshire war, allein britisch zu sein und bei Sky zu fahren, war schon gewaltig. Solange man sich nicht überwältigen lässt, muss man es genießen und mit einem Lächeln nehmen. Schon im Vorfeld ist es groß, sobald die Tour Frankreich verlässt. Es ist immer etwas Besonderes. In Kopenhagen war es irre.“