Nur ein Jahr nach dem Ende seiner Profikarriere ist der dänische Radprofi Michael Mørkøv mit einer der höchsten Auszeichnungen des dänischen Spitzensports geehrt worden: der Aufnahme in die Sport’s Hall of Fame.
Eine Überraschung für Mørkøv
„Es war absolut fantastisch“, sagte er nach der Zeremonie zu
Ekstra Bladet. „Es war sehr bewegend. Hjalmer [ein populärer dänischer Sänger] sang ein Lied für mich. Ich bin ein großer Fan von Hjalmer, und ja, es war rührend, dass er diesen Auftritt gemacht hat, ein sehr persönliches Lied sang und mich damit auf die Bühne begleitete“, sagte Mørkøv.
Mørkøv konnte kaum fassen, was er mit dieser Auszeichnung erreicht hatte. „Ich bin unglaublich stolz, Teil der Sport’s Hall of Fame zu werden. Ich bin ein echter Sportnerd und verfolge im Fernsehen alle möglichen Sportpreisverleihungen, daher fühlt es sich unwirklich an, nun in eine so herausragende Runde aufgenommen zu werden“, sagte Mørkøv.
„Ich hätte mir nie vorgestellt, eines Tages in die Sport’s Hall of Fame aufgenommen zu werden. Ich war immer sehr bescheiden, was meine Fähigkeiten und Chancen anging. Meine persönlichen Ambitionen sind nur schrittweise gewachsen, und erst gegen Ende meiner Karriere, dank meiner olympischen Erfolge, habe ich mir meinen Platz in dieser Gruppe verdient.“
Die Aufnahme in Dänemarks renommierteste Sportgemeinschaft wird durch eine Büste symbolisiert. In der Vergangenheit sorgten solche Büsten bisweilen für Aufmerksamkeit, weil sie dem Athleten, sagen wir, nicht unbedingt sehr ähnlich sahen. Diesmal war es anders, Mørkøv zeigte sich sichtlich zufrieden und sagte, der Künstler habe ihn sehr treffend porträtiert.
Mørkøvs Erfolge auf der Straße sind vergleichsweise schlank. Er gewann drei dänische Meistertitel im Straßenrennen, einen Etappensieg bei der Vuelta a España, eine Etappe der Danmark Rundt. Vor allem aber erarbeitete er sich den Ruf als bester Anfahrer der Welt.
Auf der Bahn jagte er hingegen individuelle Meriten. Er gewann vier Weltmeistertitel im Bahnradsport und vollendete den kompletten Satz olympischer Medaillen – Gold, Silber und Bronze.
Mørkøv arbeitete in seiner letzten Profisaison für Cavendish
Ein Vorbild für die nächste Generation
Das Gremium der Sport’s Hall of Fame begrüßte Mørkøv und betonte, dass die Entscheidung auf weit mehr als reinen Sporterfolgen basiere.
„Die Resultate sprechen für sich, aber Michael ist auch ein perfektes Vorbild. Er hat wirklich ein Auge für junge Athletinnen und Athleten und versteht, wie wichtig das Vereinsleben für sportliche Laufbahnen ist. Unzählige Male ist er in Vereinen aufgetaucht, wann immer er allein durch seine Anwesenheit etwas beitragen konnte. So ist Michael – und deshalb ist er ein äußerst würdiges Mitglied der Sport’s Hall of Fame“, sagte Hans Natorp, Präsident des dänischen Sportverbands (DIF) und Vorsitzender des Boards der Sport’s Hall of Fame.
Drei weitere Radsportler – Leif Mortensen, Ole Ritter und Niels Fredborg – gehören bereits der Sport’s Hall of Fame an. Mørkøv ist das 42. Mitglied insgesamt und der vierte Radfahrer mit dieser Ehrung.
„Jeden Tag, wenn ich zum Mittagessen gehe, laufe ich an den Büsten der anderen Mitglieder vorbei, die ich sehr bewundere. Ich freue mich darauf, mir künftig auch selbst zu begegnen. Das wird etwas Besonderes“, schloss Mørkøv.