„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal für ein asiatisches Team fahren würde“ – Dänischer Ex-Profi startet Comeback-Versuch in China
Radsport
Alexander Salby blickt der kommenden Saison mit einem Lächeln entgegen – egal, bei welchem Team er 2026 landet. Der 27-jährige Sprinter aus Aarhus hat 2025 die mit Abstand beste Saison seiner Karriere erlebt: Neun Profisiege, mehr als in all seinen bisherigen Jahren zusammen, katapultierten ihn in eine neue sportliche Liga. Und doch kennen ihn viele Radsportfans noch immer nicht.
Salbys Weg an die Spitze verlief alles andere als geradlinig. Nach Jahren auf der dänischen Kontinentalszene erhielt er 2023 endlich seinen ersten Profivertrag bei Bingoal WB. Dort zeigte er sein Potenzial mit mehreren Top-10-Platzierungen und Etappensiegen bei der Tropicale Amissa Bongo in Gabun und der ZLM Tour in den Niederlanden. Dennoch bekam er nach der Saison keinen neuen Vertrag – ein Rückschlag, der ihn zum Umdenken zwang.
Da sich in Europa kaum neue Chancen boten, musste Salby kreativ werden, um seine Karriere fortzusetzen. „Es war nicht einfach, einen Profivertrag in Europa zu finden“, erzählt er im Gespräch mit Global Peloton, während er sich in der dänischen Nebensaison erholt. „Abseits der europäischen Szene ist es schwierig, ein Team zu finden, bei dem man wirklich von seinem Sport leben kann. Aber wenn man weiter Rennen fahren will, muss man manchmal neue Wege gehen.“
Lebensader in China
Und dann kam der Moment, in dem sich alles änderte – eine unerwartete Rettungsleine aus Fernost.
„Wir fuhren zum Qinghai-See, und dort wurde ich dem Team vorgestellt“, erinnert sich Salby. „Ich sprach mit einigen Fahrern, verstand mich sofort gut mit ihnen – und einige Monate später bekam ich einen Anruf. Einer der Jungs fragte, ob ich noch verfügbar sei und Interesse hätte, nach China zu kommen.“
Aus dieser Begegnung wurde schnell mehr. „Über ihn arrangierten wir einige Gespräche mit dem Sportdirektor, Zhe Sun, und sie zeigten sich wirklich interessiert“, erzählt Salby. „Sie boten mir eine echte Alternative – eine Möglichkeit, meine Karriere fortzusetzen, anstatt vielleicht wieder zu studieren oder einen normalen Job anzunehmen.“
Das Angebot kam vom Team Li Ning Star – einem der stärksten unter den 15 chinesischen Continental-Teams. Hier begann auch der heutige XDS-Astana-Profi Haoyu Su seine Karriere. Für 2025 hat sich rund um Salby eine ambitionierte Mannschaft gebildet: mit den erfahrenen Ex-Profis Simon Pellaud, Luke Mudgway und Josh Kench sowie starken Kontinentalfahrern wie Cristian Raileanu, Aliaksei Shnyrko und Raman Tsishkou.
„Wenn du mich vor zwei oder drei Jahren gefragt hättest, hätte ich mir nie vorstellen können, in einem asiatischen Team zu fahren – geschweige denn in einem chinesischen“, sagt Salby lachend. „Das war für mich damals praktisch undenkbar.“
Doch der Wille, weiterzumachen und sich selbst zu beweisen, war stärker als jede Skepsis.
„Ich war einfach nicht bereit, das Kapitel Radsport zu schließen“, sagt er. „Ich hatte das Gefühl, dass ich noch etwas zeigen musste – dass da noch mehr in mir steckt.“
Traum vom beruflichen Comeback
„Ich bin nicht mehr der Jüngste, also habe ich auch Ausgaben, die gedeckt werden müssen“, erklärt Salby offen. „Wenn man es richtig machen will, muss man viel Zeit und Energie investieren, um sein bestes Niveau zu erreichen. Unter diesen Umständen war das eine gute Option. Vor allem als Sprinter sah ich hier Chancen, viele Rennen zu gewinnen – und vielleicht auch eine Plattform, um eines Tages als Profi zurückzukehren.“
Trotz seiner Begeisterung für das Abenteuer in Asien bleibt Salby realistisch, was seine langfristigen Ziele betrifft.
„Ich glaube nicht, dass das ein Weg für den Rest meiner Karriere ist“, sagt er. „Aber für ein oder zwei Saisons ist es eine machbare Option – vorausgesetzt, man zeigt dort gute Leistungen.“
Wer die asiatische Radsportszene verfolgt, weiß: Li Ning Star hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Massensprints dominiert – und oft war es Salby, der mit mehreren Radlängen Vorsprung triumphierte.
„Nach allem, was ich von anderen internationalen Fahrern gehört hatte, die schon dort waren, wusste ich, dass das Team ehrgeizig ist und starke Sponsoren hat“, erzählt der Däne. „Ich bereue meine Entscheidung keine Sekunde. Wir werden wirklich gut behandelt, das Programm ist solide, das Material top. In fast jeder Hinsicht leben und fahren wir wie ein Profiteam.“
Diese Ambitionen spiegeln sich auch in den jüngsten Transferaktivitäten wider. So hat Li Ning Star bereits den australischen Sprinter Cameron Scott (zuvor Bahrain – Victorious) verpflichtet. Zudem kursieren Gerüchte über die mögliche Verpflichtung des erfahrenen argentinischen Kletterers Eduardo Sepúlveda, der auf über ein Jahrzehnt Profierfahrung zurückblickt.
Ob Salby auch 2026 noch Teil des Projekts bleibt, ist offen. Doch vieles deutet darauf hin, dass der Däne ein weiteres Jahr in China fahren wird – in einem Team, das sich anschickt, zur dominierenden Kraft im asiatischen Radsport zu werden. Es sei denn, ein größeres europäisches Team klopft früher an.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









