Nur gelegentlich wird erwähnt, dass
Tadej Pogacar, der amtierende Weltmeister, auch den Europameistertitel hält
nach einem dominanten Auftritt in der Ardèche im vergangenen Oktober. In der aktuellen Saison bietet sich Pogacar die Chance, Peter Sagans Rekord von drei WM-Titeln in Serie auf dem vertrauten Kurs in Montreal einzustellen. Noch reizvoller für den 27-Jährigen dürften jedoch die Heim-Europameisterschaften in Ljubljana sein.
Das
markante Merkmal des Kurses ist ein 2,1 Kilometer langer, steiler Anstieg mit einer Durchschnittssteigung von über 10 Prozent, der im entscheidenden Rennabschnitt mehrfach gefahren wird. Ganz klar Pogacars Terrain, aber nicht so hart, dass andere Favoriten ohne eigene Chancen wären – vorausgesetzt, sie spielen ihre Karten klug.
Pogacar vor Heim-EM: Kletterkurs in Ljubljana spielt ihm in die Karten
Tomaž Poljanec, Generalsekretär der Europameisterschaften, betonte bei der Streckenpräsentation den offenen Charakter des 2026er Parcours: „Bei der Gestaltung der Strecke haben wir versucht, eine Balance zwischen sportlicher Herausforderung, organisatorischer Machbarkeit und einer bestmöglichen Präsentation Sloweniens zu finden.“
„Die Strecke erfüllt die Standards der Union Européenne de Cyclisme (UEC) und ist zugleich an slowenische Gegebenheiten sowie die logistischen Anforderungen eines Events dieser Größenordnung angepasst — von der Anbindung an den Flughafen und die Autobahnen bis hin zu den Auswirkungen von Straßensperren auf die lokale Bevölkerung.“ Die Europameisterschaften finden nur wenige Tage nach den Weltmeisterschaften in Montreal statt, weshalb sich die Organisatoren für ein Areal in der Nähe des Flughafens Ljubljana entschieden haben.
Nichts ist entschieden
Seit bekannt wurde, dass Slowenien die Europameisterschaften 2026 ausrichtet, gab es nachvollziehbare Befürchtungen in der Radsportwelt, die Strecke könne auf den heimischen Superstar zugeschnitten sein. Die slowenischen Veranstalter präsentierten jedoch ein 196-Kilometer-Rennen, in dem Pogacars Vorteil längst nicht so überwältigend wirkt, wie manche erwartet hatten.
Remco Evenepoel, Tadej Pogacar and Paul Seixas on the 2025 European Championships podium
„Wir haben eine Strecke entworfen, die interessant, offen und dynamisch ist, mit einem Schlussrundkurs, der selektiv, aber nicht extrem schwer ist“, erklärten die Organisatoren. Es werden bis zu 300.000 Zuschauer am Sonntag, 04.10., an der Strecke erwartet, wenn das Straßenrennen der Männer stattfindet. Drei Tage später folgt das Einzelzeitfahren über 22 Kilometer, bei dem auch Pogacar starten will.