„Ich hatte ein paar merkwürdige Tage, was mein Befinden angeht“ – Enric Mas spricht offen vor verzögertem Comeback 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 28 Januar 2026 um 10:45
EnricMas (2)
Nach mehr als sechs Monaten ohne Rennkilometer steckt sich Enric Mas in dieser Woche wieder eine Startnummer an. Beim Trofeo Ses Salines im Rahmen der Challenge Mallorca beginnt seine Saison 2026 - ein Auftakt mit sportlicher und persönlicher Bedeutung, ausgetragen als Mannschaftszeitfahren.
Es ist der erste Wettkampf des Kapitäns vom Movistar-Team seit dem vergangenen Sommer. Damals endete seine Saison bei der Tour de France abrupt, eine Thrombophlebitis zwang ihn zu einer langen Pause fernab des Pelotons.

Ein behutsamer Neustart nach langer Pause

Die Erkrankung machte eine Operation und eine ausgedehnte Reha notwendig und hielt Mas länger vom Rennbetrieb fern als erwartet. Nun, unweit seiner Heimat, fühlt er sich bereit für den Neustart - auch wenn sich die Rückkehr noch ungewohnt anfühlt.
„Ich hatte ein paar seltsame Tage, was mein Gefühl betrifft“, sagt Mas im Gespräch mit AS. „Seit Juli ist viel Zeit vergangen. Ich war mit den Teamkollegen im Trainingslager, aber jetzt habe ich endlich dieses Gefühl der Rückkehr.“
Der Weg zurück verlief nicht gradlinig. Mas beschreibt die Anfangsphase der Verletzung als besonders schwierig, bevor sich die Situation schrittweise stabilisierte. Auch der medizinische Eingriff war Neuland für ihn - eine Erfahrung, die er in seiner Karriere noch nicht gemacht hatte, die er aber als notwendigen Teil des Prozesses akzeptierte.
Seinen Start auf Mallorca wählte Mas bewusst. Die kurze und kontrollierte Belastung eines Mannschaftszeitfahrens passt zu seinem aktuellen Leistungsstand, auch wenn er die Erwartungen niedrig hält. Nach Monaten vorsichtigen Trainings mit Blick auf die Genesung bleibt er realistisch und setzt auf einen behutsamen Aufbau statt auf schnelle Ergebnisse.
Wichtig war in dieser Phase die Unterstuetzung aus dem engen Umfeld. Viel Zeit zu Hause - im Alltag eines Profis selten - bedeutete, sich stark auf Familie und Freunde zu stützen. Als zweifacher Vater hat sich sein Blickwinkel verändert, der Wunsch nach der Rückkehr ins Peloton blieb jedoch ungebrochen.

Neuer Rennkalender und frischer Fokus

Das Comeback markiert zugleich einen klaren Einschnitt in seiner Saisonplanung. Erstmals verabschiedet sich Mas vom gewohnten Tour-de-France-Rhythmus. 2026 richtet sich alles auf das Doppel aus Giro d’Italia und Vuelta a Espana - die Tour bleibt außen vor.
Zwischen 2019 und 2025 prägte die Tour jeden Juli. In diesem Jahr sieht der Sommer anders aus. Mas beschreibt die Umstellung als bewusste Suche nach neuer Motivation nach vielen Jahren im gleichen Schema.
„Es ist eine neue Herausforderung für mich“, erklärt er. „Ich bin viele Jahre den gleichen Kalender gefahren und wollte etwas anderes, etwas, das mir zusätzliche Motivation gibt.“
Vor der verletzungsbedingten Pause zeigte Mas in mehreren Frühjahrsrennen starke Ansätze. Der lange Stillstand veränderte jedoch alles und erzwang einen Reset - körperlich wie mental. Statt verpassten Chancen nachzutrauern, richtet er den Blick konsequent nach vorn.
Der unmittelbare Fahrplan steht fest. Nach dem Einstieg auf Mallorca folgt die UAE Tour, anschließend ein Höhentrainingslager. Ziel ist es, bei der Volta a Catalunya in deutlich besserer Verfassung am Start zu stehen, bevor der Fokus voll auf den Giro d’Italia geht.
Die Auswahl der Frühjahrsrennen orientiert sich klar an seinen Stärken. Im Vordergrund stehen Selbstvertrauen und Formaufbau, nicht die Anzahl der Renntage. Auch die Präsenz anderer großer Namen beim Giro beschäftigt ihn aktuell kaum, da Mas außerhalb des Teamumfelds wenig Radsportnachrichten verfolgt.
Der Juli, traditionell von der Tour de France dominiert, dient diesmal als Vorbereitung auf die Vuelta. Details sind noch offen, doch Rennen wie die Vuelta a Burgos sind als Bausteine bereits eingeplant.
Die größte Unbekannte bleibt die Reaktion seines Körpers auf die Doppelbelastung aus Giro und Vuelta. Mas geht diese Aufgabe mit ruhiger Zuversicht an und deutet an, dass ihm der veränderte Jahresrhythmus sogar entgegenkommen könnte.
Vorerst bleibt die Priorität klar. Zurück ins Peloton, das Renngefühl wiederfinden und die Saison organisch wachsen lassen. Mallorca steht nicht für Ergebnisse. Es steht für die Rückkehr.
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