„Ich habe viel Energie verschenkt“ – Jan Christens Giro‐d’Italia‐Mission, während er über künftige Gesamtwertungsambitionen nachdenkt

Radsport
Dienstag, 26 Mai 2026 um 13:15
Jan Christen
Jan Christen hat viel im Kopf, wenn er und UAE Team Emirates - XRG in die Schlusswoche des Giro d’Italia gehen. Das Team ist mit bereits vier Etappensiegen in Topform und hat die Rundfahrt schon jetzt erfolgreich gestaltet, doch Christen ist enttäuscht, dass er noch nicht darunter war – und jagt entschlossen seinen eigenen Etappensieg.
Der 21-Jährige gehört zu den aktivsten Fahrern, sobald es bergauf geht. Auf der 11. Etappe setzte er zahlreiche Attacken, verpasste am Ende jedoch die Gruppe des Tages, in der Teamkollege Jhonatan Narváez den Sieg holte. Auf der 14. Etappe am Samstag schaffte er es zwar in die Ausreißergruppe, verbrauchte aber viel Energie, um sich vorne zu etablieren, bevor die Männer fürs Gesamtklassement das Rennen diktierten.
Für UAE Team Emirates - XRG bietet jeder Tag eine neue Chance für die Etappenjäger. Der Schweizer genießt diese Freiheit, hofft jedoch, dass er den richtigen Zeitpunkt trifft, wenn das Rennen in der 16. Etappe in sein Heimatland führt.

Christen hofft, von Narváez zu lernen

„Als Team setzen wir jeden Tag auf einen anderen Fahrer, aber mit nur noch fünf Fahrern ist es schwer, alles zu kontrollieren“, sagte Christen bei IDL Pro Cycling. „Ich habe auf der 11. Etappe wirklich alles versucht und das Team hoffte, dass ich in die richtige Gruppe komme, aber ich habe den Sprung nicht geschafft. Es wäre großartig, wenn es Richtung Schweiz klappt, aber wir werden sehen.“
Christen ist mit sieben Siegen stark in seine Karriere gestartet, weiß aber, dass er noch viel lernen kann – besonders von Narváez, der seiner Meinung nach bei dieser Corsa Rosa jeden Tag mit großem Selbstvertrauen angeht.
Christen sagte: „Ich kann mir von Jhonny definitiv etwas abschauen, auch wenn seine Situation gerade eine andere ist. Er hat schon drei Etappen gewonnen und kann jeden Tag mit diesem Selbstvertrauen angehen. Ich muss auf jeden Angriff vorbereitet sein, während er seine Karten vielleicht etwas ruhiger spielen kann. Das war auch der Schlüssel auf Etappe 11 — Jhonatan war im entscheidenden Moment da. Ich habe sehr viel Energie liegen lassen.“

Christens Ziele für die Zukunft

Christen hegt langfristig Ambitionen im Gesamtklassement, will jedoch zunächst Erfahrung sammeln. Sein Team betont regelmäßig seine Vielseitigkeit als starker Angreifer, und in dieser Saison liegt der Fokus offenbar auf Eintagesrennen.
„Schauen wir mal — ich weiß, dass ich das Potenzial habe, Großes zu erreichen, und das Team weiß das auch“, sagte Christen. „Man muss sich an diese Rennen gewöhnen, also sollten wir das vielleicht in ein oder zwei Jahren neu bewerten. Fürs Erste gehen wir als Team nur auf Etappensiege, und ich hoffe, gut durch den Giro zu kommen – mit Blick auf den zweiten Teil meiner Saison.“
Christen hat das Gesamtklassement auch künftig im Blick: „Das hängt ein bisschen davon ab, wie ich mich in den nächsten Jahren entwickle, aber ich würde das sehr gerne angehen, ja. Das Hauptziel in diesem Jahr bleiben die Eintagesrennen, und vermutlich wird das auch nächstes Jahr so sein.“
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