Giro d’Italia 2026, Etappe 16 – Vorschau, Profile, Favoriten & Prognosen: Brutale Bergankunft als nächster Prüfstein für Jonas Vingegaard

Radsport
Sonntag, 24 Mai 2026 um 20:00
Jonas Vingegaard während der 9. Etappe des Giro d’Italia 2026
Der Giro d’Italia 2026 findet vom 08. bis 31.05. statt. Es ist die erste Grand Tour der Saison, mit 21 Etappen durch viele ikonische Städte Italiens, die mythischen Alpen und zahlreiche tückische Abschnitte – jeder kann die Hoffnungen der Kletterer auf den Gesamtsieg beenden. Wir blicken auf Etappe 16, die voraussichtlich um 13:30 Uhr startet und gegen 16:45 Uhr CET endet.

Streckenprofil Etappe 16: Bellinzona - Cari

Profil_GirodItalia2026_Etappe16
Etappe 16: Bellinzona - Cari, 113 Kilometer
Die Etappe findet komplett in der Schweiz statt – im kleinen italienischsprachigen Teil. Straßenarbeiten zwangen die Organisatoren zu einer Formatänderung, herausgekommen ist eine ungewöhnliche Bergetappe.
Ungewöhnlich heißt aber auch: Chancen en masse. Zum Auftakt der Schlusswoche gibt es einen flachen Start, danach einen hügeligen Rundkurs mit zwei Anstiegen. Der eine misst 4,7 km bei 5,6 %, der andere 3 Kilometer bei 8,3 %.
Hier kann sich die Ausreißergruppe formen, denn die Etappe ist mit nur 113 Kilometern sehr kurz. Oder Teams geben von Beginn an ein hohes Tempo vor, um Attacken am Schlussanstieg nach Carì vorzubereiten.
Beide Anstiege werden zweimal gefahren; das letzte Mal 48 Kilometer vor dem Ziel. Es folgt eine kurze Abfahrt, bevor das Tal gewechselt wird. Dem Schlussanstieg gehen zahlreiche Kilometer in falscher Ebene bergauf voraus, was bedeutet, dass die Fahrer bereits mit Vorermüdung in den Anstieg gehen. Unmittelbar vor dem Fuß des Anstiegs liegt der Red Bull Kilometer, anschließend warten 11,6 Kilometer bergauf.
Es ist ein harter Anstieg, ein weiterer Alpe-d’Huez-Doppelgänger mit 19 Kehren. Fast 12 Kilometer im Schnitt 8 %, konstant steil vom Fuß bis zum Skigebiet am Gipfel. Der letzte Kilometer liegt bei 10 % im Mittel, weshalb die Kräfte exakt dosiert werden müssen – wer überzieht, kann im Finale viel Zeit verlieren.
Anstieg_Cari_Karte
Carì Anstiegskarte

Die Favoriten

Visma muss die Etappe nicht zwingend kontrollieren, um mit Jonas Vingegaard erneut zu gewinnen, könnte es aber tun – um das Rennen nach eigenen Vorstellungen zu prägen und anderen Teams keine Initiative zu lassen. Bei nur 113 Kilometern und flachem Beginn gibt es kaum Terrain, auf dem eine Fluchtgruppe nennenswert Vorsprung herausfährt, falls Visma das Feld tatsächlich im Griff haben will. Gelingt das, ist ein weiterer Sieg von Jonas Vingegaard angesichts des bisherigen Rennverlaufs sehr wahrscheinlich.
Der GK-Kampf dürfte bis zum Schlussanstieg warten, zuvor ist wenig zu erwarten. Im Kampf um das Podium führen meist die Visma-Fahrer den Berg an, ehe es in den letzten Kilometern zum internen Duell kommt. Der Anstieg ist steil, was Taktik limitiert und eher individuelles Klettern im eigenen Rhythmus begünstigt.
Felix Gall sollte seinen Vorsprung auf die Rivalen ausbauen können, während sich zeigt, ob Jai Hindley und Giulio Pellizzari Thymen Arensman erneut distanzieren. Gelingt das, entbrennt der ernste Kampf ums letzte Podiumstreppchen; Afonso Eulálio dürfte morgen zurückfallen.
Sollte die Flucht durchkommen, sind keine Überraschungsnamen zu erwarten, sondern die üblichen Angreifer. GK-Außenseiter attackieren hier seltener, außer die Gruppe formiert sich erst an den Anstiegen selbst – das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist diesmal nicht ideal.
Giulio Ciccone ist der Mann, den es zu beobachten gilt, braucht dafür aber eine starke Gruppe an seiner Seite. Movistar dürfte erneut groß aufziehen und Einer Rubio sowie Enric Mas als Optionen spielen. Igor Arrieta, Johannes Kulset, Wout Poels, Aleksandr Vlasov und Jan Christen sind die weiteren klaren Außenseiter.

Prognose Giro d’Italia 2026 Etappe 16

⭐⭐⭐ Jonas Vingegaard, Giulio Ciccone
⭐⭐ Felix Gall, Einer Rubio, Wout Poels
⭐ Jai Hindley, Thymen Arensman, Michael Storer, Giulio Pellizzari, Enric Mas, Igor Arrieta, Jan Hirt, David de la Cruz, Chris Harper, Damiano Caruso
Tipp: Jonas Vingegaard
So: Visma kontrolliert die Etappe in Teilen und liefert dennoch einen weiteren Sieg.
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