„Ich bin sicher, im UCI-Büro haben sie die Klimaanlage auf 20 °C eingestellt“ – Matthew Brennan kritisiert UCI nach extremer Hitze bei der Vuelta

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 07 September 2026 um 11:00
Matthew Brennan at the 2026 Vuelta a Espana
Matthew Brennan hatte nach der 15. Etappe der Vuelta a España dank des Sieges seines Teamkollegen Wout van Aert eigentlich allen Grund zum Feiern. Nach zweieinhalb Rennstunden bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius blieb die Stimmung beim Briten allerdings gedämpft. Die extreme Hitze hatte den Fahrern auch auf der deutlich verkürzten Etappe nach Cordoba alles abverlangt.
„Nun ja, ich würde es nicht noch einmal machen, aber ja, hier hatten wir im Schnitt 41 °C“, sagte Brennan gegenüber Cyclingnews. „Das ist der Durchschnitt; als ich am Anfang am Anstieg war, waren es 44 °C. Da fragt man sich schon: ‚Was machen wir hier eigentlich?‘“

Brennan und Visma - Lease a Bike leiden bei mehr als 40 Grad

Visma - Lease a Bike präsentierte sich am Ende der 15. Etappe äußerst aktiv und bestätigte einmal mehr seine starke Form bei dieser Vuelta. Gleichzeitig litten jedoch auch die Fahrer des niederländischen Teams massiv unter der Gluthitze, die die Organisatoren letztlich dazu veranlasst hatte, die Etappe nach Cordoba deutlich zu verkürzen.
Matthew Brennan kritisiert Rennen unter solchen Bedingungen.
Matthew Brennan kritisierte nach der extrem heißen 15. Etappe der Vuelta a Espana die Bedingungen deutlich und richtete dabei klare Worte an die UCI.
Trotz der extremen Bedingungen wurde das Rennen weder abgesagt noch neutralisiert. Die Etappe fand statt, obwohl sich die Temperaturen nahezu durchgehend oberhalb der Marke von 40 Grad bewegten.

Brennan kritisiert die UCI deutlich

Brennan machte anschließend keinen Hehl daraus, wie kritisch er die Situation bewertete. Mit einem Vergleich zu den Arbeitsbedingungen der UCI-Mitarbeiter verlieh der Brite seinem Unmut besonders deutlich Ausdruck.
„Wissen Sie, ein normaler Büroangestellter braucht die Temperatur auf 20 °C oder so eingestellt, und ich bin mir sicher, dass die Leute im UCI-Büro ihre auf 20 °C haben“, sagte Brennan mit Nachdruck.
Für den 21-Jährigen stand außer Frage, dass die Fahrer unter Bedingungen an ihre Grenzen gebracht wurden, die gesundheitliche Konsequenzen haben könnten. „Wenn wir da draußen für deren Sache schuften, ist das nicht großartig, aber wir machen es … und das ist die Show, die wir abliefern. Mich würde nicht wundern, wenn heute Abend ein paar Leute mit Hitzschlag im Krankenwagen nach Hause fahren.“

Visma - Lease a Bike nimmt weitere Etappensiege ins Visier

Den sportlichen Erfolg von Visma - Lease a Bike konnte die extreme Hitze dennoch nicht verhindern. Wout van Aert findet im Verlauf der Rundfahrt immer besser in Form und steigert sich mit zunehmender Renndauer. Auch in der Schlusswoche bieten sich sowohl für den Belgier als auch für Brennan weitere Möglichkeiten. Die Etappen 16 und 17 sind bretteben und damit Tage, an denen das niederländische Team erneut auf einen Sieg mit Brennan fahren könnte.
Bevor die Jagd auf den nächsten Erfolg beginnt, freut sich der Brite allerdings zunächst auf den Ruhetag – und formulierte seine Pläne dafür gewohnt unverblümt. „Ja, morgen mache ich das, was ich am besten kann, nämlich nichts, darauf freue ich mich. Einfach im Bett liegen, schlafen, und am nächsten Tag einen Plan schmieden.“
Auch die extreme Hitze dürfte Visma - Lease a Bike nicht davon abbringen, in der letzten Woche weitere Etappensiege ins Visier zu nehmen. Nach den bisherigen Erfolgen ist das Selbstvertrauen innerhalb der Mannschaft entsprechend groß.
„Ich denke, die Jungs sind bereit; wir ziehen viel Motivation aus dem, was wir leisten, und bei welcher Etappe sind wir? 15. Wir haben ein Drittel der Siege geholt – warum nicht noch mehr, warum nicht 6 oder 7 Erfolge. Schauen wir, was möglich ist.“
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