Die
Czech Tour 2026 endete mit dem dritten Bergankunft-Finale in Serie. Anders als an den beiden Vortagen fand die Dominanz von Andrew August jedoch auf der Pustevny ein Ende. Alessandro Fancellu durchbrach endlich die Serie von zweiten Plätzen, stürzte den Amerikaner zumindest für diesen Tag vom Thron und feierte seinen ersten Profi-Sieg. August verteidigte als Zweiter souverän seinen Gesamterfolg.
„Endlich!“, begann Fancellu im Zielinterview. „Seit letztem Jahr bin ich hier drei- oder viermal Zweiter geworden, und heute habe ich endlich gewonnen. Am Start fühlte ich mich nicht gut, aber je länger die Etappe dauerte, desto besser lief es. Am Schlussanstieg wollte ich attackieren. Doch das Tempo von Ineos war sehr hoch, also habe ich auf den Sprint gewartet, im richtigen Moment beschleunigt und endlich gewonnen.“
Damit endet für Fancellu eine Serie von zweiten Plätzen bei der Czech Tour, nachdem er in den vergangenen zwei Ausgaben dreimal als Zweiter ins Ziel gekommen war. 2025 stand ihm Junior Lecerf im Weg. In diesem Jahr musste er sich mit dem jungen Netcompany INEOS-Kapitän auseinandersetzen, der im Finale stets einen Tick stärker wirkte. Bis heute.
NSN Cycling Team machte zunächst Tempo für ihren Gesamtklassements-Hoffnungsträger Jan Hirt, doch erst unter dem Diktat von Netcompany INEOS begann das Feld auszudünnen. Angriffe am Schlussberg ließen sie nicht zu. So kam es zum Sprint um den Etappensieg, den Fancellu eröffnete. Obwohl er kurz aus dem Pedal rutschte, fand er sofort wieder Tritt und gewann klar vor August und Nicolas Breuillard.
„Es ist wirklich etwas Besonderes, wir sind mit hohen Zielen hierhergekommen“, sagte der 26-Jährige weiter. „In den vorherigen Etappen waren wir ganz nah dran, und am Ende konnte ich einen Sieg mitnehmen.“
Die vorletzte Etappe war die härteste
Auf die gesamte Rundfahrt angesprochen, hob Fancellu die vorletzte Etappe mit dem traditionellen Schlussanstieg nach Dlouhe Strane als die anspruchsvollste der Woche hervor. Zumal sein Rivale August dort wohl der stärkste Fahrer des Rennens war:
„Die gestrige Etappe war für mich vielleicht die schwerste, denn mit seiner Schlussattacke hat August wirklich alles rausgehauen. Ich konnte ihn kaum halten und hatte im Sprint keine Beine.“
Ein Rennen, das Fancellu eines Tages gewinnen will
Am Ende steht Rang zwei in der Gesamtwertung für Fancellu, der sich damit gegenüber seinem dritten Platz aus dem Vorjahr steigert. Und der Fahrer von MBH Bank CBS Telecom Fort macht keinen Hehl daraus, 2027 auf den Gesamtsieg zu zielen: „Ich mag dieses Rennen sehr, die Atmosphäre ist großartig, der Kurs ebenfalls, und ich hoffe, nächstes Jahr wiederzukommen.“