„Ich bin froh, dass er mich heute nicht geschlagen hat, aber vielleicht tut er es eines Tages“ – Jonathan Milan siegt bei der UAE Tour und steht gemeinsam mit Bruder Matteo auf dem Podium

Radsport
Donnerstag, 19 Februar 2026 um 15:30
JonathanMilan (3)
Die 4. Etappe der UAE Tour endete erneut im Massensprint – allerdings war der Weg dorthin deutlich härter. Eine ausdauernde Ausreißergruppe hielt lange dagegen und drohte sogar, den Tagessieg zu holen. Bei Lidl-Trek musste jeder für den Erfolg arbeiten, auch der Klassementfahrer Derek Gee; doch Jonathan Milan veredelte die harte Arbeit der deutschen Mannschaft.
Für den Italiener war das jedoch alles andere als sicher. „Um ehrlich zu sein: ja. Wir wussten, dass diese Gruppe sehr stark ist. Sie hatten konstant zwei bis drei Minuten. Aber meine Jungs waren richtig stark. Sie haben alles unter Kontrolle gehalten. Ich muss ihnen danken, wie immer“, sagte Milan im Zielinterview.
Auf Etappe 1 hatte Milan seine Chance durch einen Sturz kurz vor dem Schlussanstieg zum Liwa Palace verloren. Etappe 2 war ein Zeitfahren, und am Mittwoch stand die Königsetappe auf dem Programm. So kam Milan am vierten Renntag noch ohne Ergebnis an. In den Emiraten gibt es zwar reichlich Sprintchancen, doch als Teamkapitän mit starkem Anfahrerzug stand er unter Druck.
Am Ende zahlte sich die Arbeit der Helfer aus. „Wir haben die Ausreißer erst im letzten Kilometer gestellt. Danach habe ich kurz durchgeatmet, aber in einem Sprint bist du nie wirklich entspannt. Der letzte Kilometer ist immer stressig; es ist wie in einer Waschmaschine. Aber ich hatte meine Teamkollegen bei mir. Sie haben mich vorn gehalten und perfekt lanciert. Ich musste nur noch sprinten. Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung.“

Familien-Geschichte an der Spitze in den Emiraten

Milan schlug im Sprint Ethan Vernon im direkten Duell und zeigte dabei seine beste Version. Dritter wurde Matteo Milan – „Johnnys“ jüngerer Bruder, der seine Neo-Pro-Saison bei Groupama - FDJ bestreitet.
„Ich wusste, dass er es richtig gut machen kann. Direkt nach dem Ziel hat er mir gesagt, dass er Dritter geworden ist. Da war ich noch glücklicher als ohnehin schon“, gestand der 25-Jährige. „Ich bin froh, dass er mich heute nicht geschlagen hat, aber vielleicht passiert das irgendwann. Ich freue mich über meinen Sieg und seinen ersten dritten Platz in einem WorldTour-Rennen. Das bedeutet ihm und seinem Team viel.“
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