„Als Bestätigung dafür, dass er gedopt ist, verweisen manche auf … sein blondiertes Haar!“ – Arzt kontert absurde Theorie zu Tadej Pogacar

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 11 März 2026 um 11:00
Tadej Pogacar
Tadej Pogacars neuer Look sorgt weiterhin für Diskussionen in den sozialen Medien. Nach einer weiteren Machtdemonstration bei der Strade Bianche stand der Slowene erneut im Mittelpunkt - diesmal nicht nur wegen seiner überragenden Leistung, sondern auch wegen seiner blondierten Haare. Auf digitalen Plattformen verbreiten Nutzer Kommentare und Theorien, die seine optische Veränderung mit angeblichen Dopingpraktiken in Verbindung bringen. Fachleute halten diese Vermutung jedoch für völlig haltlos.
Die Debatte gewinnt vor allem wegen der Vergangenheit des Radsports an Dynamik. In früheren Jahren traten Fahrer wie Richard Virenque und Riccardo Ricco mit einem ähnlichen Look auf. Einige Fans entwickelten daraus die Vorstellung, Blondierungen könnten Spuren verbotener Substanzen bei Haaranalysen verbergen. Weil dieser Stil zeitlich mit einigen der umstrittensten Phasen des Sports zusammenfiel, verfestigte sich die Theorie bei besonders skeptischen Beobachtern.

Arzt weist Behauptungen zu Pogacars Haaren und Doping entschieden zurück

Aus wissenschaftlicher Sicht existieren jedoch keinerlei Belege für diesen Verdacht. Der Sportarzt und Dopingexperte Jean-Pierre de Mondenard widersprach der Theorie deutlich. Gegenüber Sports.fr, zitiert von A Bola, erklärte er klar, dass die Argumentation jeder Grundlage entbehrt.
„Die Dominanz von Tadej Pogacar bei der Strade Bianche, in den Klassikern und bei der Tour de France sorgt bei jenen, die den Radsport hassen, für Verstimmung. Um ihre vermeintliche Gewissheit zu bestätigen, dass er gedopt ist, stützen sich manche auf… seine blondierten Haare!“, sagte der Spezialist.
Mondenard betonte außerdem, dass die Dominanz des Leaders von UAE Team Emirates - XRG keineswegs erst seit Kurzem besteht. Pogacar gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze - lange bevor er mit platinblondem Haar auftrat. Für den Arzt hat die zeitliche Überschneidung von äußerlicher Veränderung und jüngsten Siegen daher keinerlei wissenschaftliche Bedeutung.

Warum EPO in Haaranalysen nicht nachweisbar ist

Der Experte erklärte zudem, dass die im Ausdauersport am häufigsten genannte Substanz, Erythropoetin - kurz EPO -, über Haaranalysen gar nicht nachweisbar ist. „EPO, das wichtigste Dopingmittel in Ausdauersportarten wie dem Radsport, ist aufgrund seiner Molekülgröße durch Haaranalysen nicht nachweisbar.“
Darüber hinaus könne chemisches Bleichen zwar Spuren bestimmter Stoffe wie Kokain oder Opiate abschwächen. Diese Substanzen dienen jedoch selten der Leistungssteigerung. Zudem lassen sie sich mit den üblichen Anti-Doping-Methoden problemlos erkennen. Blut- und Urintests bilden weiterhin die Grundlage der meisten Kontrollen im Profiradsport.

Pogacars Eminem-Hommage hinter dem blonden Haar

Um die Schwäche der Spekulationen rund um Pogacars Haare zu verdeutlichen, verwies Mondenard auf ein Beispiel aus einer anderen Sportart. „Fußballer Antoine Griezmann spielt seit Jahren mit fluoreszierend pinken Haaren. Merkwürdigerweise sieht das niemand als Indiz für Doping… obwohl der Fußball nicht frei von der Medikalisierung der Leistung ist“, erklärte er mit Blick auf den Profi von Atletico Madrid und die französische Nationalmannschaft.
Pogacar selbst hat den Grund für seine optische Veränderung bereits offen erklärt. Die blonde Haarfarbe steht nicht in Verbindung mit der Vergangenheit des Radsports oder mit früheren Fahrern. Der Slowene versteht sie vielmehr als Hommage an Rapper Eminem - einen Künstler, den er nach eigenen Angaben seit Jahren bewundert.
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