Tadej Pogacar dürfte am Wochenende als Favorit in die Vuelta a España 2026 starten, doch der Fahrer von
UAE Team Emirates - XRG steht vor einer anderen Aufgabe als gewöhnlich, wenn sein Tour-de-France-Team perfekt um ihn herum aufgebaut ist.
In seiner zweiten Grand Tour der Saison will
der Slowene Tour- und Vuelta-Erfolg kombinieren und den Satz der Grand Tours komplettieren. Er reist mit einer vielseitig starken Aufstellung an, doch in der Praxis gibt es Fragezeichen und Bedenken.
Vizekapitän Jaoa Almeida hat eine von Krankheiten geprägte Saison hinter sich, seine Helferrolle bei der Tour wurde gekappt und seine Ziele auf die Vuelta verschoben. Kletterhelfer Jay Vine hatte ebenfalls ein schweres Jahr, inklusive eines Sturzes, der seinen Giro d’Italia beendete.
Zudem hat Pavel Sivakov Mühe, das variable Niveau der letzten Jahre zu erreichen, während Pablo Torres in Topform ist. Der 20-Jährige bestreitet jedoch seine erste Grand Tour.
Joao Almeida at the 2026 Tour de Pologne
Analysten stellen UAE-Teamniveau bei der Vuelta infrage
Für Eurosport-Analysten stellt sich die Frage, wie UAE das Maximum aus der Vuelta holen kann. Kommt eine mögliche Dominanz allein aus Pogacars eigener Klasse, oder erleben wir drei zurückhaltendere Wochen der Emiratis.
„UAE hatte bei der Tour ein sehr gutes Team, aber das Team bei der Vuelta ist nur auf dem Papier sehr gut“, sagte Eurosport-Analyst Jan Hermsen im
Kop over kop Podcast.
„Vine ist wieder gestürzt, Almeida war das ganze Jahr nicht gut, bei Sivakov keine Ahnung, Torres ist ein guter Fahrer, aber will sich noch entdecken … Davon gibt es einige. Es gibt viele Wenn und Aber. Es wird vor allem vom großen Boss selbst kommen müssen.“
Für Bobbie Traksel sind die ersten Tage am spannendsten. Er spekuliert, ob Pogacar früh attackiert, um schwere Arbeit vorzuverlegen. Mit Blick auf die Weltmeisterschaften zwei Wochen nach der Vuelta fragt er sich, ob Pogacar das Finale etwas abkühlen lässt.
Wie wird Pogacar die Vuelta 2026 fahren?
Traksel sagte: „Es ist superwichtig zu sehen, wie UAE in den ersten Tagen fährt. Wollen sie alles gewinnen, möglicherweise mit Pogacar.
„Und ist das klug mit Blick auf Pogacars Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. Oder nehmen sie etwas Tempo raus und lassen die anderen spielen.“
Jeroen Vanbelleghem sieht Gründe, mit Zweifeln zu starten. Er betont jedoch, dass Pogacar allein über drei Wochen die gewünschten Etappensiege liefern kann.
„Almeida und Vine werden in der zweiten und dritten Woche naturgemäß oft früh in die Ausreißergruppe gehen, vorausgesetzt, sie liegen bereits hoch in der Gesamtwertung“, so Vanbelleghem.
„Und wenn Pogacar ein paar davon gewinnt, bist du schnell bei sechs Etappensiegen. Aber Pogacars Helfer haben alle ihre Gründe, die Vuelta mit Fragezeichen zu beginnen.“