Während der Blick auf den Sonntag bei Lüttich–Bastogne–Lüttich schärfer wird, entwickelt sich die Debatte, wer
Tadej Pogacar fordern kann. Obwohl vieles auf etablierte Namen zielt, sieht
Magnus Cort Nielsen die überzeugendste Antwort in der jüngsten aufstrebenden Kraft des Sports.
Paul Seixas hat sich bereits als einer der prägenden Fahrer der Saison 2026 herauskristallisiert, und für Cort ist der nächste Schritt klar. Kann er mit Pogacar mitgehen, wenn es darauf ankommt?
Ein Test, definiert durch eine Aktion
Lüttich–Bastogne–Lüttich wird oft von einer einzigen entscheidenden Beschleunigung an den Schlussanstiegen geprägt. In den vergangenen Jahren gehörte dieser Moment häufig Pogacar, dessen lange Attacken sich als unerreichbar erwiesen haben.
Cort erwartet ein ähnliches Drehbuch – mit einem Dreh. „Seixas fährt wirklich, wirklich stark, und ich glaube, es wird spannend zu sehen, ob er reagieren kann, wenn so eine Attacke kommt (von Pogacar, Anm.). Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass er das kann“,
sagte er im Gespräch mit TV2.Diese Überzeugung hebt Seixas in einen exklusiven Kreis. Nicht nur als Mitfavorit, sondern als Fahrer, der die entscheidende Bewegung des Rennens direkt beantworten kann.
Seixas rückt in die Topklasse auf
Die These, Seixas könne Pogacar folgen, hat Substanz. Sein zweiter Platz hinter dem Slowenen bei Strade Bianche war ein früher Hinweis, dass er auf diesem Niveau operiert, während sein dominanter Gesamtsieg bei der Baskenland-Rundfahrt diese Fähigkeit über eine ganze Woche bestätigte.
Zuletzt unterstrich
sein Sieg beim Flèche Wallonne seine Explosivität an steilen Rampen und festigte den Eindruck, dass er Form und Selbstvertrauen besitzt, um es mit den größten Namen aufzunehmen.
Diese Entwicklung hat die Erwartungen rasch verschoben. Seixas gilt nicht mehr als Außenseiter, sondern als echte Größe für den Rennverlauf.
Paul Seixas crosses the line at La Fleche Wallonne 2026
Eine andere Stimme in der Debatte
Corts Optimismus fällt im breiteren Meinungsbild auf. Zuletzt standen eher vorsichtige Einschätzungen im Vordergrund, die die Anforderungen von Lüttich–Bastogne–Lüttich betonen, insbesondere die 260 Kilometer und die wiederholten Anstiege im Finale.
Zweifel drehen sich darum, ob Seixas sein Niveau bis tief in die Schlussstunde halten kann – erst recht gegen einen Fahrer wie Pogacar, der das Rennen wiederholt im Alleingang entschieden hat.
Cort richtet den Blick jedoch auf einen konkreten Moment. Nicht auf das ganze Rennen, sondern auf die entscheidende Bewegung. Und in diesem Moment traut er Seixas die Antwort zu.
Die entscheidende Frage
Genau das macht den Sonntag so reizvoll. Sollte Pogacar – wie erwartet – attackieren, wird erneut entscheidend sein, wer folgen kann. Jahrelang lautete die Antwort oft: niemand.
Nun wächst erstmals die Überzeugung, dass Seixas anders sein könnte. Cort gehört zu denen, die es offen aussprechen.
Ob sich diese Überzeugung an den Schlüsselanstiegen von Lüttich–Bastogne–Lüttich bewahrheitet, wird nicht nur den Ausgang des Rennens prägen, sondern womöglich auch das nächste Kapitel in Seixas’ rasantem Aufstieg.