Die Ausgabe 2026 des Giro d’Italia startet am Freitag in Bulgarien, und laut Ex-Profi und Analystin Philippa York scheint der Kampf um Rosa bereits deutlich zu Gunsten von
Jonas Vingegaard verschoben.
York sieht den Dänen als klaren Maßstab, nachdem er seit 2020 bei jeder Grand Tour, die er bestritten hat, konstant Erster oder Zweiter wurde.
Seine Überlegenheit am Berg, kombiniert mit starker Einzelzeitfahr-Qualität und taktischer Disziplin, macht ihn zur herausragenden Option, das Rennen schon ab der ersten Woche zu kontrollieren, schrieb sie auf
Cyclingnews.
Da die Tour de France 2026 nur wenige Wochen nach dem Ziel in Rom beginnt, wird erwartet, dass Vingegaard die Rundfahrt möglichst effizient absichert, statt sich bis tief in die Schlusswoche in unnötige Gefechte zu verstricken.
York verweist auf das Bergankunft-Finale am Blockhaus und das lange Einzelzeitfahren der 10. Etappe als potenziell entscheidende Momente, die dem Leader von Team Visma - Lease a Bike früh einen deutlichen Vorsprung verschaffen könnten.
Die größere Spannung könnte jedoch hinter dem dänischen Topfavoriten liegen. York nennt
Giulio Pellizzari,
Egan Bernal und
Adam Yates als realistischste Anwärter auf die übrigen Podestplätze, auch wenn bei allen Fragezeichen bleiben.
Pellizzari reist als Italiens aufstrebende Grand-Tour-Hoffnung an und überzeugte mit Kletterform, doch seine Schwäche gegen die Uhr könnte teuer werden.
Egan Bernal setzt derweil seine schrittweise Rückkehr zur Spitze nach verletzungsgeprägten Jahren fort. York hebt die Erfahrung und Ruhe des Kolumbianers hervor, auch wenn ihm nicht mehr dieselbe Explosivität am Berg zur Verfügung steht.
Adam Yates ist vielleicht die größte Unbekannte. Nach Jahren in Helferrollen bei UAE Team Emirates - XRG kehrt der Brite in die alleinige Führungsverantwortung zurück. An seinen besten Tagen kann er mit den stärksten Kletterern mithalten, doch Inkonstanz bleibt das Hauptproblem.
Hinter dem Führungstrio folgt eine weitere Gruppe von Außenseitern für die Top 5 und Top 10. Thymen Arensman gilt dank seiner Zeitfahrstärke und Robustheit über drei Wochen als einer der stärksten Kandidaten, während Felix Gall und Jai Hindley als gefährliche Etappenjäger eingestuft werden, die über die ganze Rundfahrt hinweg an Konstanz einbüßen könnten.
Bei Enric Mas ist York nach einem ruhigen Saisonstart ebenfalls vorsichtig, während Derek Gee als Fahrer gilt, der mit offensivem Rennstil in der Schlusswoche im Gesamtklassement klettern kann.
Unter den Australiern steht Ben O'Connor vor einer kniffligeren taktischen Lage als in früheren Grand Tours, da Rivalen ihm in Ausreißergruppen wohl weniger Freiheiten gewähren. Dagegen gilt Michael Storer nach einer aufsteigenden Form im Frühjahr als einer der interessantesten Außenseiter.
Abseits des Gesamtklassements nennt York Giulio Ciccone als starken Kandidaten für die Bergwertung, während Dylan Groenewegen in der Punktewertung eine prominente Rolle spielen könnte, sofern er die zahlreichen Bergankünfte übersteht.
Trotz des starken Fokus auf Vingegaard erwartet York über drei Wochen die gewohnte Unberechenbarkeit, mit neuen Namen über 21 Etappen und reichlich Drama, bevor der Giro Rom erreicht.