„Manche hatten ganze Teams im Krankenhaus“ – Wie ein Rennen in Belgien Dutzende Fahrer krank machte und sich auf den Giro d’Italia auswirkt

Radsport
Donnerstag, 07 Mai 2026 um 13:45
Arnaud de Lie
Die Lotto Famenne Ardenne Classic 2026 fand am vergangenen Wochenende statt und sah Arnaud de Lie als Sieger. Ein prominenter Gewinner rückte das Rennen ins Rampenlicht. Doch im Verlauf der Woche wurde klar, dass Dutzende Fahrer infolge ihrer Teilnahme erkrankt sind. In einem Fall muss sogar die Startliste des Giro d'Italia deshalb geändert werden.
Das Rennen am Sonntag in Belgien führte größtenteils über Landwirtschaftswege. Regen, Spurrillen von Agrarfahrzeugen und Kuhkot auf der Straße sorgten für eine fatale Mischung: Viele Fahrer sind nach ihrer Teilnahme erkrankt.
Lotto-Intermarché erschien bei der Giro-Präsentation nur mit fünf Fahrern. Unter den Fehlenden war auch Sieger Arnaud de Lie. Grund ist eine Erkrankungswelle innerhalb des Teams. Sportdirektor Maxime Bouet erläuterte gegenüber CyclingPro.net die Lage: „Bei der Famenne Ardenne Classic gab es ein Problem, viele Fahrer sind krank geworden. Wir hatten etliche Fahrer im Krankenhaus. Arnaud ist hier in Bulgarien im Hotel. Wir hoffen, dass er sich schnell erholt. Wir haben gehört, dass mehrere Teams betroffen sind und teils ganze Mannschaften im Krankenhaus lagen.“
Das Ausmaß der vom Rennen ausgehenden Krankheitsfälle ist erheblich. Aufgrund der engen Terminnähe blieb der Giro aber vorerst von noch größeren Folgen verschont. Bei Lotto wurde Liam Slock allerdings aus dem Giro-Aufgebot gestrichen und durch Joshua Giddings ersetzt.

Gesundheitsrisiko fürs ganze Peloton

Beim Giro ist unklar, wie es für Arnaud de Lie weitergeht. Er plante ursprünglich nur die erste Hälfte zu fahren, doch auch das steht nun auf der Kippe. Es ist das nächste Hindernis für De Lie, dessen Frühjahr bereits durch eine Sprunggelenksverletzung beeinträchtigt war.
„Bei Arnaud haben wir uns für Ruhe entschieden, weil er noch geschwächt ist. Wir wollen nicht, dass er andere Fahrer oder gar andere Teams ansteckt. Die Gesundheit der Fahrer hat Priorität“, sagte Bouet. „Die Gesundheit unserer Fahrer ist absolute Priorität. Darum haben wir Liam Slock schnell durch Joshua Giddings ersetzt. Milan [Menten] war ebenfalls bei der Famenne Classic und hatte auch Symptome, aber es geht ihm schon deutlich besser. Er trifft heute Abend in Bulgarien ein.“
Der Ex-Profi berichtet zudem von weiteren Teams mit zahlreichen Erkrankten und stellt die Sicherheitsaspekte des Rennens vom Sonntag infrage. „Ich weiß, dass andere Teams dasselbe Problem hatten. Es handelt sich um Magen-Darm-Beschwerden — Durchfall und Erbrechen. Unsere Fahrer mussten ins Krankenhaus, weil ihnen schon beim Aufstehen übel wurde und sie nicht auf den Beinen bleiben konnten“, so Bouet. „Also haben wir sie sofort ins Krankenhaus geschickt. Ich hörte, dass es bei anderen Teams genauso war.“
Sowohl De Lie als auch Lennert Van Eetvelt hatten im Frühjahr Verletzungen und versuchen bei der Corsa Rosa ihr Comeback. Für die neu promotete Mannschaft erweist sich das als harte Aufgabe.
„Wir müssen positiv bleiben. Wären wir es nicht, könnten wir morgen nach Belgien zurückfahren — und wozu das Ganze? Wir haben nicht nur Arnaud im Aufgebot. Wir haben acht hochmotivierte Fahrer, acht Fahrer, die um Etappensiege fahren können. Krankheiten gehören zu einer Grand Tour. Wir sind jetzt betroffen; andere Teams vielleicht in zwei, drei, vier Tagen. Wir wollen eine oder mehrere Etappen gewinnen und bleiben darauf fokussiert“, schloss er.
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