Nach einer unglaublichen Serie an Frühform-Ergebnissen fordern Fans und Medien bereits, den 19-jährigen
Paul Seixas in diesem Sommer bei der
Tour de France zu sehen – eine Möglichkeit, die so realistisch wirkt wie nie. Radsportlegende Sean Kelly tritt jedoch auf die Bremse und warnt, den jungen Fahrer des
Decathlon CMA CGM Team zu früh in das größte Rennen der Welt zu werfen, könnte ein gewaltiger Fehler sein.
Schon vor seinem erstaunlichen zweiten Platz hinter
Tadej Pogacar bei Strade Bianche am vergangenen Wochenende waren die französischen Fans aus dem Häuschen – aus gutem Grund. Im vergangenen Monat feierte er einen Solosieg bei der Faun-Ardèche Classic, woraufhin Star-Teamchef Marc Madiot ihn im Radio „den Auserwählten“ nannte. Zuvor hatte er bereits seinen ersten Profisieg bei der Volta ao Algarve geholt, wo er Juan Ayuso und Joao Almeida schlug.
Bereits im Oktober bestätigte der Teenager, 2026 eine dreiwöchige Grand Tour zu fahren, ohne zu verraten, welche. Jetzt, da sein Wert rasant steigt, fragen sich alle, ob er schon bereit ist für die Tour de France.
Kelly sagt Nein zur Tour
seine Einschätzung. Er lobte das Talent des Youngsters, machte seine Haltung zur Tour de France aber glasklar.
„Mir ist bewusst, dass seine starke Frühform sofort die Frage aufwirft, ob er bei der Tour de France starten sollte“, schrieb Kelly.
Er erinnerte daran, dass die Geschichte voller junger Franzosen ist, die unter den gewaltigen Erwartungen ihres Heimatlands litten. „Die französische Presse und die Fans werden ihn seiner aktuellen Entwicklung entsprechend natürlich unter Druck setzen“, ergänzte Kelly. „Ich bin aber entschieden dagegen.“
Paul Seixas ahead of Strade Bianche 2026
Kelly appellierte an Decathlon CMA CGM, mit ihrem neuen Star behutsam umzugehen. Der Druck und der Medienrummel bei der Tour de France können einen jungen Fahrer zermahlen. „Es wäre falsch, Seixas dieses Jahr zur Tour zu schicken, und ich hoffe, dass Decathlon CMA CGM Geduld hat.“
Manche schlagen vor, einen Youngster für nur eine Woche in eine Grand Tour zu schicken, um zu lernen, doch Kelly hält Seixas für zu wettkampfstark, als dass diese Strategie sicher funktioniere. „Wenn man so einen Fahrer in die Tour steckt, mit seiner Art Rennen zu fahren, wird er sich ins Geschehen stürzen. Man kann keinen Fahrer für eine Woche in ein Rennen schicken, nur um Erfahrung zu sammeln“, erklärte Kelly.
Statt der Tour de France solle Seixas laut Kelly seinen aktuellen Kalender fokussieren. Der 19-Jährige plant die Etappenfahrt Itzulia Basque Country, gefolgt von den schweren Ardennen-Klassikern La Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich. In Lüttich kommt es zum erneuten Duell mit Pogacar.