„Es war ein Meisterstück“ – Bruyneel würdigt Pedersen und Lidl-Trek bei der Tour de France und macht ihn zum Favoriten fürs Grüne Trikot

Radsport
Mittwoch, 08 Juli 2026 um 11:06
Mads Pedersen celebrates a stage win at the Tour de France
Etappe 4 der Tour de France 2026 bot eine der geschlossensten Teamvorstellungen dieser Ausgabe. Mads Pedersen krönte einen mustergültig kontrollierten Ausreißerzug von Lidl-Trek nach Foix, siegte vor Teamkollege Quinn Simmons und Spaniens Raúl García Pierna. Jenseits des dänischen Triumphs unterstrich der Tag die herausragende taktische Stärke der Mannschaft und eröffnete ein neues Szenario im Gesamtklassement mit Norwegens Torstein Træen in Gelb.
Im The Move-Podcast machte Johan Bruyneel keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den Lidl-Trek-Plan. Für den ehemaligen Directeur Sportif war der Auftritt schlicht „ein Meisterwerk“, ein echtes taktisches Tour de Force.
Bruyneel hob besonders hervor, wie das Team jede Rennphase las. Von der Bildung der großen Gruppe bis zum entscheidenden Anstieg hatte Lidl-Trek stets die Mehrheit mit Mads Pedersen, Mathias Vacek und Quinn Simmons. Diese Überzahl erlaubte mehrere Optionen, während der Rest reagieren musste.
Laut dem Belgier fiel die Vorentscheidung am letzten Anstieg. „Das war der Move des Tages“, sagte er über das Zusammenspiel von Vacek und Simmons, die Pedersen bis zum Gipfel abschirmten. Er ergänzte, dass der dosierte Effort bis zur Kuppe und das sofortige Neuformieren in Richtung Ziel der Schlüssel zum Sieg waren.
Spencer Martin stimmte voll zu. Der US-Analyst nannte die Strategie „die richtige Entscheidung“, gerade als einige Fans forderten, Quinn Simmons solle solo auf den Etappensieg gehen.

Pedersens Sieg wurde unvermeidlich

Martin stellte fest, dass das Ergebnis unausweichlich wirkte, sobald Pedersen den Schlussanstieg in der Spitzengruppe überstand. In seinen Worten konnte den Dänen auf den letzten Metern „niemand schlagen“. Sein Schlusssprint bestätigte, dass er der Schnellste unter den Überlebenden einer äußerst fordernden Etappe blieb.
Bruyneel ist überzeugt, dass dieses Profil den Dänen zum Top-Favoriten auf Grün macht. Er sagte sogar, Pedersen sei nun „der große Favorit auf das Grüne Trikot“, untermauert durch den deutlichen Punktevorsprung aus diesem Sieg.
Martin betonte zudem das außergewöhnliche körperliche Niveau des Siegers. Pedersen vereine seltene Kraft und Ausdauer, komme über selektive Anstiege und behalte dennoch einen explosiven Sprint. Plastisch formuliert: Erreicht Pedersen den letzten Kilometer mit einer reduzierten Gruppe, ist er wie ein Hai – die Rivalen genau dort, wo er sie haben will.
Beide Kommentatoren hoben außerdem die mannschaftliche Cleverness von Lidl-Trek hervor. Während Vacek einzelne Führungswechsel ausließ, um Energie zu sparen, opferte Simmons jede eigene Ambition für seinen Kapitän. Diese taktische Disziplin neutralisierte alle Attacken und bereitete Pedersens entscheidenden Antritt vor.
Mads Pedersen gewinnt Etappe 4 der Tour de France 2026.
Mads Pedersen gewinnt Etappe 4 der Tour de France 2026.

Der Schlüssel zu Pedersens Triumph

Bruyneel gab sogar zu, dass er bei drei Lidl-Trek-Profis unter den zehn verbliebenen Ausreißern kurz dachte, ein anderer Teamkollege könnte zur Etappe attackieren. Doch das Team wich nie vom ursprünglichen Plan ab und brachte Pedersen geschlossen in die finalen 300 Meter.
Etappe 4 formte auch das Gesamtklassement neu. Dank des großen Vorsprungs der Ausreißer schlüpfte Norwegens Torstein Træen ins Gelbe Trikot, fast acht Minuten vor Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.
Beide Analysten sehen dieses Szenario besonders vorteilhaft für UAE Team Emirates, da nun ein anderes Team mehrere Tage lang den Großteil der Nachführarbeit schultern muss.
Martin bezeichnete dies als ausgezeichnete Entwicklung für Pogacar, während Bruyneel noch weiter ging und sagte, der Leader sei „ein großer Verbündeter“ für die Emiratis, da Uno-X ein historisches Gelbes Trikot mit Stolz verteidigen werde.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading