Visma - Lease a Bike gilt beim Giro d’Italia 2026 weiterhin als die Mannschaft, die es zu schlagen gilt – und genau das haben die Rivalen von Jonas Vingegaard offenbar fest im Blick. Auf der chaotischen fünften Etappe der Corsa Rosa zeigte
Red Bull - BORA - hansgrohe zwar eindrucksvoll seine Stärke im Feld, verzichtete jedoch bewusst darauf, den Vorsprung des neuen Maglia-Rosa-Trägers Afonso Eulálio entscheidend zu verkleinern.
Die Botschaft der deutschen Mannschaft war dabei eindeutig: Visma - Lease a Bike soll die Verantwortung für die Kontrolle des Rennens übernehmen.
Mit Eulálio in der Spitzengruppe des Tages und einem überforderten Lidl–Trek-Team, das auf dem schweren Weg nach Potenza seine Führungsarbeit einstellen musste, übernahm Red Bull - BORA - hansgrohe am Anstieg nach Viggiano zeitweise das Kommando im Peloton. Aleksandr Wlasow hielt dabei Giulio Pellizzari und Jai Hindley optimal positioniert und aus dem Wind – offensiv attackierte das Team jedoch nicht.
Red Bull demonstriert Stärke – ohne Jagd auf Rosa
Bereits vor dem entscheidenden Anstieg fuhr die Mannschaft geschlossen an der Spitze des Feldes und setzte damit ein deutliches Zeichen in einem Rennen, das von Chaos, Regen und zahlreichen Zwischenfällen geprägt war. Dennoch verzichtete Red Bull - BORA - hansgrohe bewusst darauf, die Lücke zur Ausreißergruppe vollständig zu schließen.
„Wir sind vorne gefahren, um uns für die Abfahrt zu positionieren. Wir hatten ohnehin noch die Manpower, also war das die beste Nutzung“, erklärte Teammanager Christian Pömer im Gespräch mit
Cyclingnews.
Eulálio gewann am Ende deutlich Zeit auf die Favoriten und führt die Gesamtwertung nun mit mehr als sechs Minuten Vorsprung auf Fahrer wie Jonas Vingegaard und Giulio Pellizzari an. Pömer bewertete diese Situation jedoch auffallend entspannt – und verwies klar auf Visma - Lease a Bike.
„Unser Ziel ist das Podium, also liegt es an Visma, sich um diesen Mann zu kümmern […] Jonas ist sein eigener Gegner.“
Damit sendet Red Bull - BORA - hansgrohe eine klare taktische Botschaft an die Konkurrenz. Die deutsche Mannschaft möchte offenbar vermeiden, früh selbst Verantwortung für das Rennen übernehmen zu müssen – und setzt stattdessen darauf, Visma - Lease a Bike möglichst früh zum Kräfteverschleiß zu zwingen.
Krankheiten sorgen zusätzlich für Unruhe im Peloton
Zwar gilt Afonso Eulálio aktuell nicht als unmittelbare Gefahr für Jonas Vingegaard im Kampf um den Gesamtsieg, doch ein Vorsprung von mehr als sechs Minuten lässt sich auch bei einem Grand Tour-Debütanten nicht komplett ignorieren.
Gleichzeitig könnten die kommenden Tage im Giro-Peloton ohnehin noch komplizierter werden. Denn laut Pömer macht sich innerhalb des Fahrerfelds zunehmend eine Krankheitswelle bemerkbar – begünstigt durch die schwierigen Wetterbedingungen der vergangenen Etappen.
Vor allem die fünfte Etappe entwickelte sich durch Dauerregen und niedrige Temperaturen zu einer enormen Belastung für viele Fahrer. Zahlreiche Profis hatten sichtbar mit der Kälte zu kämpfen.
„Ich habe schon gehört, dass etwas im Feld umgeht, und ein Tag wie dieser hilft da sicher nicht“, sagte Pömer. „Wir werden sehen, welche Folgen so ein verregneter Tag hat. Wir tun, was wir können, und hoffentlich bleiben alle fit.“
Damit könnte der Giro d’Italia 2026 in den kommenden Tagen nicht nur sportlich, sondern auch gesundheitlich zur großen Herausforderung werden – insbesondere für die Teams mit Ambitionen auf das Gesamtklassement.