„Es liegt an uns“: Van Dijke-Zwillinge bereit, bei den Klassikern um die Kapitänsrolle zu kämpfen

Radsport
Freitag, 02 Januar 2026 um 10:00
timvandijke
Die erste volle Saison von Red Bull im Radsport war weit von ideal entfernt. Zwar sicherte Florian Lipowitz im Gesamtklassement ein Tour-Podium, doch das reichte nicht aus, um den unbefriedigenden Eindruck der Kampagne 2025 zu retten. Besonders die ambitionierte Klassiker-Aufstellung blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Trotz starker Neuzugänge wie Oier Lazkano, Mick & Tim van Dijke oder Laurence Pithie lieferte die deutsche Formation auf dem Pflaster keine nennenswerten Resultate.
Ungeachtet des enttäuschenden Jahres 2025 bleibt das Team dem vor der vergangenen Saison eingeschlagenen Plan treu und nimmt in der Klassiker-Gruppe nur eine Änderung vor; Gianni Vermeersch ersetzt den wegen Dopings gesperrten Oier Lazkano. Ansonsten liegt der Leistungsdruck weiterhin auf den Van-Dijke-Zwillingen, Pithie und Sprinter Jordi Meeus.
Einer der Knackpunkte im Vorjahr war die Teamkohäsion. Die vor der Saison aus verschiedenen Mannschaften zusammengeführte Gruppe agierte oft als Einzelkämpfer, was letztlich keinem half. Die Ankunft des ehemaligen belgischen Nationalcoaches Sven Vanthourenhout und Ex-Profis Tony Gallopin als neue Sportliche Leiter sollte hier Ordnung schaffen.
„Sie strahlen viel Ruhe aus“, sagte Mick van Dijke im Gespräch mit WielerFlits. „Diese Ruhe und ihre taktische Herangehensweise können uns helfen, zumal wir nach der vergangenen Saison als Kern besser aufeinander abgestimmt sind. Unser Frühlingskern ist nun auch stärker und breiter aufgestellt als 2025.“

Mehr Bauern im Finale

Die Hauptakteure waren häufig über das Feld verstreut, was rivalisierenden Teams ideale Angriffsflächen bot. „Damals sah man uns im Finale oft nur zu zweit, manchmal sogar schon nach fünfzig oder sechzig Rennkilometern. So ist es schwer, das Kollektivspiel gegen andere Mannschaften aufzuziehen.“
„Nächstes Jahr hoffen wir, mit mehr Bauern ins Finale zu kommen“, ergänzt Tim van Dijke.
Mick van Dijke will seinen 18. Platz bei Paris–Roubaix aus dem vergangenen Frühjahr verbessern
Mick van Dijke will seinen 18. Platz bei Paris-Roubaix aus dem vergangenen Frühjahr verbessern

Jeder kann zum Kapitän werden

Chancen wird es für beide reichlich geben, vorausgesetzt, die Form stimmt. Bei Rennen wie der Flandern-Rundfahrt oder Paris–Roubaix soll jeder einmal Freiheiten erhalten, wenn er seine Karten klug spielt.
„Das stimmt, das ist schön“, führt Tim fort, „aber mit Pithie und Jordi Meeus haben wir in manchen Rennen auch einen schnellen Mann dabei. Arne Marit ist zu uns gestoßen, und Callum Thornley aus dem Development-Team ist ebenfalls einer zum Beobachten. So ein starkes Team gibt uns Energie. Genug Bauern, um etwas zu kreieren.“
Statt Egoismus hofft Mick van Dijke, dass der interne Kampf um die Kapitänsrolle alle wachsen lässt und dem Team nützt. „Das ist auch unsere Stärke, und dafür müssen wir hart arbeiten. Wir müssen diesen Teamgeist schaffen. Wir haben keinen absoluten Kapitän. Das eröffnet Möglichkeiten, das sehen Tim und ich auch. Es liegt an uns, in diesem Frühjahr wieder die beste Version unserer selbst zu sein.“
Für 2026 ist das Ziel der Zwillinge klar: sich steigern und durch Leistung das Vertrauen der Teamkollegen gewinnen. „Hoffentlich machen wir den nächsten Schritt. Manchmal bekommen wir auch eine freie Rolle. Das hängt von der Aufstellung und der Rennsituation ab. Aber wenn wir merken, dass es an dem Tag nicht unser Ding ist, sind wir nicht die Letzten, die das zugeben und einem Teamkollegen zum Sieg helfen. So sollte es sein, denke ich.“
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