Es geht nicht nur um Healy; EF sichert sich bis 2027 ein weiteres irisches Kletterjuwel: „Eines Tages wird er etwas Besonderes schaffen“

Radsport
Freitag, 02 Januar 2026 um 10:30
ryan
Archie Ryan wird 2026 seine dritte Profisaison bei EF Education-EasyPost bestreiten. Bislang steht für den irischen Kletterer ein Etappensieg zu Buche, doch Teamchef Jonathan Vaughters ist angesichts seines Talents überzeugt, dass den 24-Jährigen auf seinem weiteren Karriereweg mehr – und größere – Erfolge erwarten.
Ryans großes Potenzial war bereits 2022 sichtbar, als er bei der wichtigsten U23-Rundfahrt, der Tour de l'Avenir, Gesamtrang vier belegte sowie Sechster bei der Czech Tour und der Tour de Slovaquie wurde. Dennoch dauerte es bis 2024, ehe EF Education-EasyPost zugriff. Der Grund erschließt sich nicht sofort, doch ein genauer Blick auf Ryans Ergebnisliste zeigt, warum.
„Als wir ihn ins Team holten, hatte Archie chronische Verletzungen, die ihn daran hinderten, anderswo Profi zu werden“, erklärte Vaughters in einer Pressemitteilung, in der er die Verlängerung des Vertrags des Iren bis 2027 bekanntgab.
Die hartnäckigen Knieprobleme kosteten den jungen Fahrer bereits die komplette Saison 2021 und nahezu das gesamte Jahr 2023, in dem er erst im August ins Renngeschehen zurückkehrte. Innerhalb eines Monats gewann Ryan eine der Königs­etappen der Tour de l'Avenir und sicherte sich damit den Vertrag bei EF, wo man seinem Talent trotz der Gesundheitsrisiken vertraute. Bislang hat sich das ausgezahlt.

Schneller Lerner

Das WorldTour-Debüt verlief nahezu perfekt: Sieg auf der vierten Etappe der Settimana Internazionale Coppi e Bartali 2024 und anschließend der Sprung aufs Schluss­podium. Ryan setzte seine starke erste Profisaison fort, wurde Vierter auf einer Etappe der Tour de Pologne, belegte Rang 17 bei Il Lombardia und Platz 21 bei den World Championships der Elite – ein deutlicher Nachweis seines Talents für die schwersten Rennen der Welt.
„Sobald er zum Team stieß, zahlte er unser Vertrauen sehr schnell zurück, indem er zeigte, dass er auf höchstem Niveau Rennen fahren kann“, lobte Vaughters Ryans rasche Integration ins WorldTour-Peloton.
Die folgende Saison startete weniger reibungslos. Doch im Sommer war Ryan bereit, in den Bergen zu dominieren: zunächst Rang acht beim stark besetzten Debüt der Andorra MoraBanc Classica. Anschließend ließ er die Irischen Meisterschaften aus, um sich voll auf sein nächstes Ziel, die Tour of Austria, zu konzentrieren. Gegen den Giro d’Italia-Zweiten Isaac del Toro bot Ryan großen Widerstand und beendete die Rundfahrt als Gesamtzweiter, nur hinter dem mexikanischen Supertalent.
Als Lohn für seine Entwicklung folgte das Grand-Tour-Debüt bei der Vuelta a Espana. Dort bestätigte Ryan sofort seinen scharfen Renninstinkt, indem er zwei siegreichen Ausreißergruppen angehörte. Beide Etappen gingen zwar an Del Toros UAE-Teamkollegen Jay Vine, doch besonders stolz kann Ryan auf seinen vierten Platz auf der 10. Etappe sein.
Zufrieden mit der Entwicklung ihrer irischen Fraktion um Vorreiter Ben Healy war die Vertragsverlängerung mit Ryan für das Team die logische Konsequenz.

Durchbruch in Sicht

Vaughters ist überzeugt, dass Ryan langfristig große Erfolge feiern wird: „Die Vertragsverlängerung gibt ihm mehr Zeit zu beweisen, dass er Rennen in der WorldTour gewinnen kann. Er hat sehr spezifische Fähigkeiten als Fahrer, und eines Tages, in einem dieser Rennen mit einem wirklich explosiven Bergfinish, wird er etwas Besonderes abliefern. Wir alle glauben an ihn.“
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