„Es geht nicht nur um hohe Wattwerte“: Wout Van Aert könnte in diesem Frühjahr massive Schwierigkeiten haben, sich im Peloton zu positionieren

Radsport
Donnerstag, 12 März 2026 um 9:00
Wout van Aert
Unter normalen Umständen wäre Wout van Aert einer der Favoriten auf Etappe 2 von Tirreno–Adriatico gewesen. Er ist zwar nicht mehr der König des Schotters, doch mit den moderaten Steigungen im finalen Sektor hätte er gegen Mathieu van der Poel durchaus Chancen gehabt. Oder hätte sie gehabt, wäre er 5 Kilometer vor dem Ziel nicht völlig schlecht positioniert in die Schlüsselkurve eingebogen.
Gleichzeitig fuhr Vismas Gesamtklassementsmann Matteo Jorgenson souverän an der Spitze des Pelotons und zeigte klar, dass das niederländische Team seine Kapitäne ins Zentrum des Geschehens bringen kann. Wo also war Van Aert?
Roxanne Knetemann und Journalist Daniël Dwarswaard tauchen im Podcast In Het Wiel in die komplizierte Geschichte von Van Aerts Karriere ein. „Van Aert hat in seinem Sportlerleben schon so viel erlebt, das spielt definitiv eine Rolle. Aber auch die Lebensphase, in der er jetzt ist, mit Kindern und seiner Frau“, sagen sie und deuten an, dass der 31-jährige Belgier nicht mehr bereit ist, mit unklaren Chancen zu zocken.
Das kann dich gelegentlich einen Sieg kosten, ist aber eine Methode, weitere gesundheitliche Probleme zu vermeiden – etwas, das Van Aert angesichts seiner langen Krankenakte sicher nicht sucht. „Stürze gehören zum Radsport, aber irgendwann setzt sich das im Kopf fest. All diese Stürze sammeln sich gewissermaßen auf deiner SIM-Karte. Du versuchst, die Angst so weit wie möglich wegzuschieben, aber in bestimmten Momenten kann sie wieder aufbrechen.“

Könnte in den Klassikern nach hinten losgehen

Knetemann sagt, es sei „sehr schwierig“, in so einer mentalen Lage in heiklen Momenten dennoch ganz vorne zu bleiben. „Das ist etwas, worauf Van Aert mit seinen Frühlingsambitionen stoßen wird. Denn in diesen Rennen hängt alles von der Positionierung ab. Es geht nicht nur um gute Wattwerte, sondern darum, wo du sie einsetzen kannst.“
„Wenn das aus Position 100 ist, ist der Vogel an der Spitze schon längst weg“, sagte Knetemann und spielte vor allem auf eine gewisse slowenische Flugkunst an. „Van Aert liegt schon ein kleines Stück unter Mathieu van der Poel und Tadej Pogačar, und wenn du dich dann auch noch schlechter positionierst, kannst du dir das schlicht nicht leisten. Nicht gegen das ganze Peloton – und schon gar nicht gegen die beiden Namen, über die wir hier sprechen.“
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