Urška Žigart erlebt 2025 ihren Durchbruch mit dem Gesamtrang zwei bei der Tour de Romandie Féminin, einem Podium beim Trofeo Tessile & Moda, einem Top-5-Ergebnis bei der Tour de Suisse Women und einem Top-10-Gesamtergebnis beim Giro d'Italia Women. Mit etwas bitterem Unterton wird das Klettertalent der 29-Jährigen endlich anerkannt – und nicht mehr nur ihre Beziehung zu Männer-Superstar Tadej Pogačar.
Urška Žigart: Durchbruch 2025 mit Podien und GC-Power im Frauenradsport
Ihre Anfänge im Radsport waren deutlich bescheidener. In der turbulenten Phase zwischen Grund- und Oberschule suchte die junge Žigart nach Halt. Den fand sie auf dem Rad. Genauer gesagt auf dem alten Spinningbike ihrer Mutter – bis diese ihr ein richtiges Rennrad kaufte.
„Ich wusste anfangs wirklich nichts über Radsport. Nur, wie man in die Pedale tritt“, sagte Urška Žigart gegenüber
TV 2 Sport über die bescheidenen Ursprünge ihrer Karriere. Schnell war sie gut genug, um von BTC City Ljubljana, Sloweniens größtem Frauenteam, rekrutiert zu werden.
Obwohl sie in ihrer Debütsaison 2015 nur ein einziges Rennen – die Landesmeisterschaften – beendete, feilte Urška weiter an ihren Fähigkeiten. Diese Beharrlichkeit mündete fünf Jahre später, 2021, in einen WorldTour-Vertrag bei Team BikeExchange. Und weitere fünf Jahre später ist sie eine ernsthafte GC-Anwärterin bei Grand Tours.
Doch das ist für Urška Žigart nicht das Entscheidende. Trotz wachsender Ambitionen zählt für sie anderes mehr: „Für mich ist der Prozess des Besserwerdens das Wichtigste, der mich antreibt. Nicht nur die Resultate“, sagt sie. „Aber ja, es wäre schon richtig cool, dieses Jahr zu gewinnen.“
Ihren einzigen Profisieg abseits der Landesmeisterschaften holte sie 2021 in ihrer Debütsaison mit Jayco bei der Vuelta Comunitat Valenciana Feminas.
Mehr als „nur Pogačars Verlobte“
In Sachen öffentlicher Wahrnehmung hat die Slowenin lange damit gerungen, sich als eigenständige Leistungssportlerin neben der Rolle als Partnerin von Tadej Pogačar zu etablieren. „Es ließ mich vielleicht glauben, ich hätte es nicht verdient, hier zu sein. Aber tief im Inneren weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich habe selbst hart gearbeitet“, sagt Žigart.
„Von außen wirkt es vielleicht, als wäre ich sehr extrovertiert und selbstbewusst, aber abseits des Rampenlichts bin ich das nicht“, beschreibt sie den Kontrast zwischen professioneller Fassade und privaten Zweifeln.
Tadej Pogacar and Urska Zigart
Tadej ist unmittelbarer Zeuge des Aufschwungs im Frauenradsport
Apropos wohl berühmtestes slowenisches Paar: Als Urška zu BTC City Ljubljana kam, hätte sie nie gedacht, dass sie einen Partner finden würde, der seine ersten Schritte im Profiradsport im selben Hauptstadt-Team gemacht hat wie sie. Seitdem haben beide den Aufschwung des Frauenradsports aus nächster Nähe miterlebt.
„Er hat gesehen, wie es früher war, und die Entwicklung, die stattgefunden hat. Er ist sich sehr bewusst, wie weit der Frauenradsport gekommen ist, und ich glaube, das macht ihn noch unterstützender. Weil er weiß, dass das nicht selbstverständlich ist“, sagt Urška Žigart. „Und er schaut wirklich gern [Rennen], auch wenn sich Frauen- und Männerrennen unterscheiden. Diese Unvorhersehbarkeit findet er ziemlich cool.“