„Er zählt zu den Bestverdienern im Peloton ... warum wirkt er, als sei er im Urlaub?“ – Chris Horner setzt Primoz Roglic unter Druck

Radsport
Samstag, 02 Mai 2026 um 15:00
Primoz Roglic
Primos Roglics Tour de Romandie ist rasch zu einer Geschichte von Erwartung und Realität geworden, und nach Etappe 3 wird dieser Abstand zunehmend scharf kritisiert.
Für Chris Horner könnte der Kontrast kaum deutlicher sein. Auf seinem YouTube-Kanal ordnete der frühere Vuelta-a-España-Sieger Roglics Auftritt nicht nur anhand des Rennverlaufs ein, sondern auch anhand der Ansprüche an einen Fahrer seines Formats.
„Dieser Junge war früher ein Fahrer für die Titelseite“, sagte Horner und spitzte die Kritik weiter zu. „Er gehört zu den Topverdienern im Peloton.“
Diese Perspektive gab den Ton vor, als Horner Roglics Auftritt am entscheidenden Anstieg sezier­te. „Warum wirkt er hier, als sei er im Urlaub, fällt zurück, nachdem er ein paar kurze Führungen gefahren ist?“

Ein Moment, der die Etappe auf den Punkt brachte

Wenn dieser Satz das Gefühl traf, kam der auslösende Moment näher am Gipfel. „Du bist 2,2 Kilometer vor der Passhöhe und musst dir jetzt noch ein paar Flaschen holen. Das ergibt für mich keinen Sinn“, sagte Horner und verwies auf Roglics Schlenker zur Verpflegung, obwohl das Rennen noch in der Entscheidung war.
Diese Entscheidung stach sofort heraus, nicht nur wegen der Aktion an sich, sondern wegen des Rennverlaufs um ihn herum. „Das ergibt für mich keinen Sinn.“
Primoz Roglic bei der Tour de Romandie 2026
Primoz Roglic bei der Tour de Romandie 2026

Von Kontrolle zu Kollaps

Früher am Anstieg hatte Red Bull - BORA - hansgrohe über Daniel Felipe Martinez das Feld kontrolliert und das Tempo erhöht – augenscheinlich, um Druck ins Rennen zu bringen.
Roglic war kurzzeitig in Frontnähe präsent, als die Initiative anlief. Doch das währte nicht. Mit steigendem Tempo und ersten Lücken driftete Roglic zurück und verlor schließlich den Anschluss, während vorn die Entscheidung fiel.
Für Horner machte der Vergleich mit den Ereignissen dahinter die Sache noch rätselhafter. „Wie kann es sein, dass Roglic hinten gleichzeitig mit Dorian Godon und den INEOS-Fahrern abgehängt wird?“ fragte er.
Godon war zuvor am Anstieg distanziert worden, jagte von hinten, fand dennoch den Weg in die Spitze zurück und gewann anschließend die Etappe für INEOS Grenadiers.

Ein Teamplan ohne Klarheit

Die Fragen endeten nicht bei Roglic. Horner nahm auch den übergeordneten Ansatz von Red Bull - BORA - hansgrohe ins Visier, besonders die Entscheidung, am Berg Tempo zu fahren, ohne klaren Ertrag.
„Ich weiß nicht, ob mir dieser Move gefällt“, sagte er. „Das sind nur vier Fahrer, und nur zwei können arbeiten. Einer ist fürs Gesamtklassement, einer ist ihr Sprinter.“
Im weiteren Verlauf zerfaserte der Aufwand. Fahrer fielen zurück, die Gruppe formierte sich neu, und am Gipfel blieb der intendierte Effekt aus.

Muster der Ratlosigkeit

Die Reaktion auf Etappe 3 baut auf einer ohnehin schwierigen Erzählung früher im Rennen auf.
Auf Etappe 2 verlor Roglic mehr als zwei Minuten auf seine Gesamtkonkurrenten an einem Tag, den viele Fahrer kontrollierten. Die Eurosport-Kommentatoren Thomas Bay und Anders Lund stellten Taktik und Tragweite infrage. Bay meinte, Roglic sei „in seiner eigenen Welt unterwegs“, Lund nannte den Ansatz „völlig idiotisch“.
Dieselben Motive tauchten nun erneut auf. Ein Fahrer, kurz vorne sichtbar, dann verschwunden. Eine Teamoffensive ohne klares Resultat. Ein Rennen, das ohne ihn weiterlief.
Für Horner ist das Fazit weniger ein Einzelpatzer als ein wachsendes Defizit an Klarheit. „Was ist hier los?“
Während Tadej Pogacar die Gesamtwertung kontrolliert und andere Teams ihre Chancen nutzen, hat sich die Lage von Red Bull - BORA - hansgrohe verschoben.
Florian Lipowitz bleibt ihr primärer Anwärter, doch die einst doppelte Führungsoption mit taktischer Flexibilität ist weitgehend verpufft. Für Roglic beschränken sich die Fragen nicht mehr auf eine Etappe. Sie fügen sich zu einem Muster, das mit jedem Tag schwerer zu übersehen ist.
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