„Es kotzt mich richtig an!“ - Bernard Hinault stellt sich Tadej Pogacar und Mauro Gianetti zur Seite und erteilt Dopingverdacht eine donnernde Abfuhr

Radsport
Samstag, 02 Mai 2026 um 14:30
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Als Bernard Hinault mit Fragen zu Tadej Pogačar und Dopingverdacht konfrontiert wurde, zögerte der fünffache Tour-de-France-Sieger nicht. Er bügelte sie mit sichtbarem Zorn ab in einem Interview mit Ravito.
Diese Reaktion fällt in einen inzwischen vertrauten Kontext. Pogačars Niveau der vergangenen Saisons brachte nicht nur Siege, sondern eine Form der Kontrolle, die im modernen Radsport selten ohne Nachfrage bleibt.
Diese Dominanz ist nicht abstrakt. Sie ist aktuell, sichtbar und unerbittlich. Allein 2026 hat Pogačar bereits Strade Bianche, Mailand–Sanremo und die Flandern-Rundfahrt gewonnen, bevor er Wout van Aert bei Paris–Roubaix bis auf die Ziellinie forderte. Angriffe aus der Distanz, wiederholte Erfolge auf Monument-Niveau und die Fähigkeit, auf Terrain zu siegen, das traditionell außerhalb der Komfortzone eines Tour-de-France-Anwärters liegt, schärfen den Eindruck, dass er auf einem anderen Level fährt.
In einem Sport, der noch immer von aberkannten Titeln und systemischen Doping-Skandalen geprägt ist, steht eine derartige Überlegenheit selten ohne Fragezeichen. Für die einen ruft sie Prüfungen hervor. Für Hinault ruft sie Frust hervor.
„Wenn Pogačar Franzose wäre, wäre das normal“, sagte er. „Aber genau das ist das Schlimme! Das tut mir leid! Bei Léon Marchand stellt niemand dieselben Fragen. Er bricht alle Rekorde! Und nur weil er in den Vereinigten Staaten ist, heißt es plötzlich: ‚Oh nein, das ist normal, er ist Franzose.‘ Das regt mich richtig auf! Immer dieses Misstrauen…“

Hinault weist Zweifel zurück und verteidigt Gianettis Vergangenheit

Hinaults Antwort beschränkte sich nicht auf Pogačars Leistungen. Sie erstreckte sich auch auf die Personen um ihn herum, darunter UAE Team Emirates - XRG Manager Mauro Gianetti, dessen Name regelmäßig fällt, sobald es um Glaubwürdigkeit geht.
Gianettis Vergangenheit bleibt Teil dieser Debatte. Als Fahrer wurde er 1998 bei der Tour de Romandie unter Verdacht im Zusammenhang mit einem Blutsubstitut ins Krankenhaus eingeliefert, auch wenn ihm nie ein Delikt nachgewiesen wurde. Später, als Teammanager bei Saunier Duval, verantwortete er eine Phase mit mehreren Dopingfällen von Fahrern, besonders während der Tour de France 2008. Persönlich wurde er nie sanktioniert, doch diese Historie haftet seinem Ruf an.
Hinault blendet diesen Kontext nicht aus, wehrt sich jedoch entschieden gegen dessen Instrumentalisierung. „Er ist bei einem Manager, der einmal Fehler gemacht hat. Aber wenn man Fehler macht, geht man ins Gefängnis. Das heißt nicht, dass man für den Rest seines Lebens verurteilt sein sollte. Er hat bezahlt.“

Klare Absage an das Misstrauen als Standard im Radsport

Hinaults Intervention will nichts über Pogačar beweisen. Sie stellt vielmehr den Reflex in Frage, der die größten Stars des Radsports seit Jahrzehnten begleitet.
Pogačars Dominanz garantiert, dass die Debatte weitergeht. In einem Sport, der Vertrauen neu aufbaut, verschwindet sie selten. Hinaults Replik macht jedoch eines deutlich. Für einen der erfolgreichsten Fahrer der Tour-de-France-Geschichte ist die ständige Rückkehr zum Verdacht nicht länger nur Teil des Hintergrundrauschens. Es ist etwas, das er nicht mehr hinnehmen will.
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