Für
Red Bull - BORA - hansgrohe bedeutete der
Trofeo Serra Tramuntana mehr als nur einen weiteren frühen Saisonsieg. Er lieferte den unmittelbaren Beleg, dass
Remco Evenepoel Rennen bereits genau so prägt, wie es sich das Team bei seiner Verpflichtung vorgestellt hat.
So setzt Evenepoel Red Bulls Plan um und zerpflückt die Verfolger
Sportdirektor Oliver Cookson machte das nach Evenepoels langem Solo deutlich und hob nicht nur die physische Überlegenheit hervor, sondern auch die Entscheidungen dahinter.
„Er war nicht nur unglaublich kraftvoll und stark, sondern auch wirklich clever“,
sagte Cookson zu Cycling Pro Net. „Die Art, wie er gefahren ist, war beeindruckend.“
Ein geplanter Move, kein Impulsangriff
Diese Einschätzung deckte sich mit dem Rennverlauf. Als die frühe Flucht am Coll de Sóller ausdünnte und Red Bull dahinter das Tempo anhob, setzte Evenepoel seinen Angriff mehr als 50 Kilometer vor dem Ziel.
Cookson bestätigte, dass es keine spontane Entscheidung war. „Das war der Plan“, erklärte er. „Mit genug Motoren dort ankommen, um das Rennen zu spalten. Diese Anstiege sind schöne Straßen, aber allein nicht selektiv genug. Wir wollten es hart machen, ohne alle mitzunehmen. Wir brauchten diese Explosion.“
Die Beschleunigung zerlegte sofort das, was von der Spitze übrig war. Nur Pablo Castrillo und Adria Pericas konnten kurzzeitig mitgehen, bevor Evenepoel alleine weiterzog.
Das Terrain nutzen, um die Verfolgung zu brechen
Einmal frei, commitete sich Evenepoel voll, drückte über die Kuppe und in die Abfahrt, wo das Rennen endgültig auseinanderfiel. Die Lücke wuchs schnell, da hinter ihm jede Zusammenarbeit versiegte.
Cookson bezeichnete diese Phase als entscheidend. „Die Art, wie Remco gefahren ist, war nicht nur kraftvoll, sondern clever“, sagte er. „Er hatte die zwei aus der Ursprungsgruppe mit in der Abfahrt, hat sie dort abgehängt, und dann sah man, was dahinter passierte.“
Es folgte genau das, was Red Bull erwartet hatte. Die Verfolgung zerbröselte, Attacken neutralisierten sich gegenseitig, und als sich erstmals so etwas wie Organisation bildete, lag Evenepoels Vorsprung bereits bei über einer Minute.
Dem Plan vertrauen auf einem langen Solo
Trotz der Länge des Unterfangens und des langen Anlaufs zum Schlussanstieg am Coll de sa Batalla gab es laut Cookson keine Nervosität auf dem Teamfunk.
„Sorge ist nicht das richtige Wort“, sagte er. „Es ist ein Plan. Was dahinter passiert, kannst du nicht kontrollieren. Remco fokussierte sich auf seine Leistung, hielt sich an den Plan und lieferte eine herausragende Vorstellung.“
Selbst am letzten Anstieg, als der Abstand eher stabilisierte statt anwuchs, geriet die Situation nie in Gefahr. Evenepoel überquerte die Kuppe mit komfortablem Polster und kontrollierte Abfahrt und Finale, um seinen zweiten Sieg binnen zwei Tagen zu sichern.
Frühe Zeichen nahtloser Integration
Über das Ergebnis hinaus betonte Cookson, wie schnell sich Evenepoel ins Teamgefüge eingefügt hat. „Erstes Straßenrennen mit Remco“, sagte er. „Er ist ein fantastischer Leader. Er weiß, was er will, aber das gesamte Team um ihn herum ist der Schlüssel. Was für ein Tag für das Team und für Remco.“
Für Red Bull fiel das Fazit des Trofeo Serra Tramuntana eindeutig aus. An der Motorleistung gab es nie Zweifel. Was in diesen Auftaktrennen auffällt, ist, wie Evenepoel das Rennen liest, seine Momente wählt und Pläne in Siege umsetzt – eine Kombination, die laut Cookson bereits den Unterschied macht.