„Er steht unter enormem Druck“ – Bernard Hinault warnt vor überzogenem Drängen um Paul Seixas für die Tour de France

Radsport
Sonntag, 15 März 2026 um 14:15
Julian Alaphilippe Paul Seixas
Seit 40 Jahren hat kein Franzose die Tour de France gewonnen – folglich richten sich die Blicke auf alle heimischen Kletterer mit Top-Niveau. Mit 19 Jahren beflügelt Paul Seixas bereits die Fantasie vieler, gilt im Peloton als einer der wenigen, die Tadej Pogacar am nächsten kommen; selbst Bernard Hinault warnt jedoch vor dem enormen Druck, der auf dem Decathlon CMA CGM Team lastet.
Das gehört dazu, wenn ein Ausnahmetalent in einem Radsportland mit großer Geschichte heranwächst. Auch Remco Evenepoel stand als Jungprofi unter ähnlicher Erwartung, galt beim Wechsel zu den Profis bereits als künftiger Grand-Tour- und Monumente-Sieger. Nur wenige liefern unter solchem Druck ab – dazu kommen mit der Zeit intensive Beobachtung und Kritik. 2025 fuhr Seixas eine beeindruckende Neo-Profi-Saison, doch sein Start in das Jahr 2026 hat die Schlagzeilen mehrfach bestimmt.
Zuletzt katapultierte ihn sein zweiter Platz hinter Tadej Pogacar bei seinem Strade-Bianche-Debüt wieder ganz nach oben, auch wenn der Weltmeister an diesem Tag klar der Stärkste war. „Er steht unter wahnsinnigem Druck… Alle sehen ihn schon die Tour gewinnen, und falls er startet, trifft er nicht auf Laufkundschaft“, sagte Bernard Hinault im Gespräch mit Ouest-France.

Nicht zur Tour de France fahren, nur um Erfahrung zu sammeln

Vieles spricht für ein Tour-Debüt im Spätsommer, zumal seine Vertragssituation aktuell Thema ist und er bereits in verschiedensten Rundfahrten überzeugt. Wenn nicht für das Ergebnis, dann für die Erfahrung. Auch wenn die meisten es kaum nur als „Erfahrung sammeln“ betrachten dürften.
„So präsentiert, besteht für Seixas das Risiko, die Tour nicht zu gewinnen. Und nur hinzufahren, um zu lernen – seinem Naturell nach glaube ich das nicht“, argumentiert die französische Legende. „An seiner Stelle würde ich zunächst eine andere Grand Tour fahren, um mich zu testen – und vielleicht sogar zu versuchen, sie zu gewinnen.“
Bei einem Fahrer, der vor eineinhalb Jahren noch bei den Junioren unterwegs war, gehen die Meinungen allerdings auseinander, ob die ständige Debatte ihm hilft oder eher schadet: „Lasst uns den Druck nicht zu groß werden lassen. Ich würde mir wünschen, dass er es ist, denn vierzig Jahre ohne Sieg sind nicht normal. Aber es ist noch zu früh zu sagen, dass er die Tour gewinnt.“
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