„Er ist wirklich einer, der das Team trägt“ – Pinarello Q36.5-Profi lobt Tom Pidcock und sieht das Team in puncto Professionalität auf Augenhöhe mit UAE

Radsport
Dienstag, 27 Januar 2026 um 18:30
pogacar pidcock
Sjoerd Bax ist von UAE Team Emirates - XRG zum Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team gewechselt. Viele würden das als Schritt zu einem weniger professionellen Team deuten, doch das trifft nicht ganz zu. Der Schweizer arbeitet seit vergangener Saison auch mit Tom Pidcock zusammen und beschreibt, wie sehr dessen Mentalität das Team verändert hat.

Mehr Leistung durch Pidcocks Mentalität und Bax’ Comeback-Erkenntnisse

Bax erlitt Ende 2023 einen schweren Beckenbruch, der seine bis dahin sichtbare Entwicklung als Profi abrupt stoppte. In den letzten Jahren hat der Niederländer sein Niveau langsam zurückerlangt, weiß aber genau, wie sehr schon kleine Einschränkungen die Leistung verändern können. „Manchmal hatte ich das Gefühl, mir fehlen 3–4 Prozent, aber 3–4 Prozent bei 450 Watt sind schon eine Menge“, sagte Bax gegenüber In de Leiderstrui.
Bax unterschrieb 2025 bei Q36.5, gemeinsam mit Tom Pidcock. Er fuhr in die Top 10 der Tour of Hellas und verpasste nur knapp den Sieg auf der Schlussetappe des Giro d’Abruzzo, konnte seine Rückkehr formmäßig jedoch nicht voll ausnutzen. Dennoch zieht er ein positives Fazit, zumal er einen Großteil der Saison in Helferrolle für andere Kapitäne fuhr. In diesem Jahr ist die Liste starker Führungskräfte deutlich länger geworden.
Er bleibt weiterhin Ausreißerjäger, weiß aber, wie schwer sich auch dieses Szenario entwickelt. „Manchmal kommst du in ein Rennen und das Niveau ist so hoch. Dann bin ich kein Kletterer. Oder es fährt ein Quinn Simmons, der auch in die Gruppe will. Das macht es schwierig.“

Von Pogacar zu Pidcock

Bax ist überzeugt, bei Pinarello sein Optimum erreichen zu können, denn den Unterschied zum wohlhabendsten und erfolgreichsten Team des Sports spürt er kaum. „Was die Professionalität angeht, ist es hier fast noch ernsthafter als bei UAE. Sie wollen wirklich aus jedem Detail das Maximum herausholen“, betont er.
„Im Rennen ist es mit UAE anders, weil du jedes Rennen mit dem Gedanken startest: Wir gewinnen. Hier war das am Anfang anders, da musst du dir deinen Platz im Peloton erarbeiten. Bei UAE ist es Standard: Wir gehören nach vorn, weil wir diesen Leader haben.“ Das sei Teil des Jobs, versteht der 30-Jährige. Mit einem hochmotivierten Tom Pidcock an der Spitze lasse sich jedoch viel bewegen.
„Er ist wirklich einer, der das Team trägt. Es stimmt: Er ist gekommen, und das ganze Team hat sich ihretwegen verändert. Er bringt auch einen Trainer, Soigneure und Betreuer mit. Dadurch hat sich die Mannschaft enorm verbessert. Ich weiß nicht, wie die Zukunft des Teams ohne ihn ausgesehen hätte“, führt er aus.
Die Verpflichtungen von Sam Bennett, Eddie Dunbar, Fred Wright, Tom Gloag und Chris Harper zählen zu den beeindruckendsten Transfercoupes der letzten Jahre. Doch das Schweizer Team kann auch auf weitere Neuzugänge bauen, um selbst in großen Rennen um Topresultate zu fahren: „Wir haben neue Jungs geholt, damit wir in größeren Rennen um Preise mitfahren können. Letztes Jahr war das Ziel in einem großen Rennen, in die frühe Gruppe zu gehen, jetzt können wir mit Quinten Hermans oder Xandro Meurisse in einem Monument in die Top 10 fahren“, so Bax.
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