Jonas Vingegaard ist alles andere als optimal in die Saison 2026 gestartet. Ende Januar kam der Däne im Training zu Fall und zog sich dabei Gesichtsabschürfungen zu. Neue Details zu dem Vorfall deuten darauf hin, dass ein Hobbysportler eine Rolle gespielt haben könnte, der sich ungefragt an Vingegaards Hinterrad hing.
Der Sturz ereignete sich am Montag und wurde am Morgen darauf
vom Team Visma - Lease a Bike offiziell bestatigt. Vingegaard blieb ohne schwerwiegende Verletzungen, ging jedoch bei einer Solo-Trainingseinheit nahe Malaga in Spanien zu Boden.
Kritik an Hobbyfahrern und heftige Reaktionen in den sozialen Medien
In der Teammitteilung appellierten die Verantwortlichen an die zahlreichen Hobbyfahrer in der Region, Profis beim Training ausreichend Raum zu lassen, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Diese Worte stützen einen Verdacht, der zuvor bereits auf Strava kursierte: Demnach konnte Vingegaards Sturz darauf zurückzuführen sein, dass ein Fahrer ohne Absprache sein Hinterrad nutzte.
Ein spanischer Fahrer namens
Pedro Garcia Fernandez postete ein Foto von sich hinter Vingegaard und schrieb zu seiner Strava-Aktivitat: „Du kannst Profi sein, aber auch bescheiden. Er ist bergab schneller gefahren, nur um mich abzuschütteln, und lag am Ende auf der Straße. Ich verdiene damit kein Geld und bin wie die meisten ein Amateur. Ich finde nicht, dass sein Ärger als Profi deshalb gerechtfertigt ist.“
Diese Aussagen lösten in den sozialen Medien massive Kritik aus. Viele Nutzer bemängelten die fehlende Einsicht und Anteilnahme des Hobbysportlers, der den Vorfall offenbar mitverursacht hatte. Ein weiterer Fahrer, der ebenfalls vor Ort war, schilderte die Szene aus seiner Perspektive und lieferte zusätzliche Details.
„Er muss hart aufgeschlagen sein, wenn er sein Gesicht am Asphalt entlanggezogen hat“, berichtete der zweite Fahrer. „Ich habe ebenfalls angehalten und gefragt, ob er Hilfe braucht. Er sagte nein, ich solle weggehen, sehr wütend. Jetzt verstehe ich warum.“
Bringen andere Fahrer Profis in Gefahr?
Auch ehemalige Profis meldeten sich zu Wort. Der frühere Uno-X-Mobility-Fahrer Magnus Kulset griff das Thema in den sozialen Medien auf und stellte eine grundsätzliche Frage: „Nach den Berichten über Vingegaards Trainingssturz gestern und der schieren Zahl an Zufallsfahrern, die an Profi-Hinterräder springen, habe ich eine Frage: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euch bei der Arbeit jemand ungefragt im Nacken atmet?“
Kulset wurde noch deutlicher: „Ich lasse Leute gerne ans Hinterrad, wenn sie fragen. Tun sie es nicht, fühle ich mich unwohl und bis zu einem gewissen Grad unsicher. Ich weiß nicht, wie gut du dein Rad beherrschst, wie aufmerksam du bist, wie sicher du im Verkehr bist. Ich wurde selbst schon von jemandem abgeräumt, der einfach an mein Hinterrad sprang - völlig unnötig und für alle Beteiligten ärgerlich.“
Vingegaard trainiert derzeit nicht an der Costa Blanca, absolvierte dort jedoch bereits zwei Teamcamps. Auch
Tadej Pogacar und zahlreiche weitere Topfahrer nutzen die Region regelmäßig zur Vorbereitung. In den Wintermonaten treffen dort Profis und Amateure in großer Zahl aufeinander, wahrend Social-Media-Clips zeigen, dass die Stars auch abseits des Rennbetriebs permanent beobachtet werden.
Vor dem Hintergrund, dass Vingegaards Sturz möglicherweise durch einen Hobbysportler ausgelöst wurde, und Pogacars Bemühungen im vergangenen Sommer, Fotos und Aufmerksamkeit bewusst zu vermeiden, spricht vieles dafür, dass Topfahrer künftig ruhigere und abgeschiedenere Trainingsorte bevorzugen werden.