„Er hat nicht alles getan, was er konnte“ – Chris Horner kritisiert Mattias Skjelmoses Passivität im Duell mit Remco Evenepoel beim Amstel Gold Race

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 21 April 2026 um 18:00
Captura de ecrã 2026-04-19 154657
Bei der Flandern-Rundfahrt hatte es bereits deutliche Kritik an Mathieu van der Poel gegeben, weil er im Finale konsequent mit Tadej Pogačar zusammenarbeitete – obwohl dies seine eigenen Siegchancen schmälerte. Ein ähnlicher Vorwurf wurde nun, wenn auch weniger scharf formuliert, nach dem Amstel Gold Race gegen Mattias Skjelmose erhoben.
Im niederländischen Klassiker hatte zunächst Romain Grégoire die erste entscheidende Attacke lanciert, fiel später jedoch zurück. Gleichzeitig wurden Kévin Vauquelin, Matteo Jorgenson und Mathieu Burgaudeau durch einen Sturz aus der Entscheidung genommen. So konnte in der Schlussphase nur Skjelmose mit Remco Evenepoel mithalten. Hinter ihnen verfügten sowohl Grégoire als auch Skjelmose über Teamkollegen in der Verfolgergruppe, während Evenepoel isoliert war – dennoch arbeiteten beide mit dem klaren Topfavoriten zusammen.

Horner kritisiert fehlende taktische Gegenwehr gegen Evenepoel

„Es gab einen eindeutigen Topfavoriten in diesem Rennen. Mit dem solltest du einfach nicht weiterfahren. Lass ihn einfach vorne fahren“, erklärte Chris Horner auf seinem eigenen YouTube-Kanal. Für Evenepoel sei die Situation dadurch deutlich einfacher geworden. „Er hat nichts falsch gemacht und ein perfektes Rennen gefahren. Er war zugegeben der einzige Topfahrer am Start, aber er hat einen großartigen Job gemacht.“
Mattias Skjelmose fährt beim Amstel Gold Race auf Rang zwei – doch seine Taktik im Finale sorgt für Diskussionen
Mattias Skjelmose fährt beim Amstel Gold Race auf Rang zwei – doch seine Taktik im Finale sorgt für Diskussionen
Der frühere Sieger der Vuelta a España verwies zudem darauf, dass Evenepoels Konkurrenten faktisch keine taktischen Maßnahmen gegen ihn ergriffen hätten – ähnlich wie zuvor bei Pogačar in Flandern. Dort war dessen Überlegenheit am Berg offensichtlich gewesen, während van der Poel dieselbe Strategie wie im Jahr zuvor verfolgte und erneut auf demselben Anstieg entscheidend distanziert wurde.
„Es waren zwei Lidl-Trek-Teamkollegen und ein FDJ-Teamkollege in der Verfolgergruppe. Red Bull - BORA - hansgrohe hatte niemanden, weil sie den ganzen Tag erschöpft wurden“, analysierte Horner die Rennsituation.

Lidl-Trek und Groupama nutzten ihre Fahrer nicht, um Druck auf Evenepoel auszuüben

Nachdrücklich argumentierte Horner, Skjelmose hätte die Führungsarbeit verweigern oder zumindest deutlich reduzieren sollen, um die Rückkehr seiner Teamkollegen zu ermöglichen – und damit neue taktische Optionen zu eröffnen, mit denen Evenepoel unter Druck hätte gesetzt werden können.
„Wenn ihr zur Verfolgergruppe zurückkommt, könnt ihr mit euren Teamkollegen immer noch versuchen, Remco weichzuklopfen. Albert Withen Philipsen und Ewen Costiou wirkten sehr stark. Dann hättet ihr euch mit Attacken abwechseln können.“ Dazu kam es jedoch nicht: Evenepoel gewann anschließend souverän den Sprint gegen den Dänen, der sich im Ziel zufrieden zeigte und erklärte, er habe alles gegeben.
„Er hat nicht alles getan, was möglich war, denn es gab andere Taktiken, um Chaos zu stiften“, entgegnete Horner. „Grégoire wurde früh abgehängt, und ich wartete darauf, dass Skjelmose dasselbe passiert. Ich verstehe, dass Skjelmose selbst mit Platz zwei zufrieden ist, denn wenn die Saison enttäuschend läuft, kann er immer noch sagen, er wurde Zweiter bei Amstel. Aber sein Teamchef muss dazu wirklich etwas sagen“, schloss der Amerikaner.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading