Nur wenige junge Fahrer gewinnen in einem WorldTour-Superteam Vertrauen, bevor die Erwartungen sie einholen. Noch weniger schaffen das mit Ruhe, Bescheidenheit und natürlichem Verantwortungsgefühl. Genau in diesem Raum bewegt sich nun
Isaac del Toro bei
UAE Team Emirates - XRG, während sich seine Rolle an der sportlichen Spitze weiterentwickelt.
Del Toros Aufstieg war weder plötzlich noch oberflächlich. Schon in seiner ersten Profisaison zeigte der Mexikaner eine ungewöhnliche Mischung aus Wettkampfinstinkt, emotionaler Intelligenz und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Diese Entwicklung hat zuletzt noch an Tempo gewonnen. Der Saisonauftakt 2026 unterstreicht erneut, wie weit er schon ist – und warum die Teamführung überzeugt ist, dass seine nächsten Schritte weit über kurzfristige Ergebnisse hinaus Bedeutung haben.
Nach einer Durchbruchssaison 2025 hat Del Toro den Schwung nahtlos mitgenommen, früh gewonnen und fährt mit der Souveränität eines Profis, der nicht mehr sucht, sondern seinen Platz behauptet.
Vom Durchbruch zur Stütze
Die Wende kam im vergangenen Jahr. Del Toro sammelte nicht nur Resultate, er veränderte seinen Status im Team. Siege wie bei Milano–Torino belegten seine Eintagesklasse, der Giro d’Italia bestätigte etwas Tieferes.
Bei der italienischen Grand Tour gewann er eine Etappe, übernahm während des Rennens die Verantwortung und fuhr bis auf Gesamtrang zwei. Diese Leistung markierte den Moment, in dem er intern nicht mehr als Zukunftsoption galt, sondern als Teil der Gegenwart von UAE.
Seine zweite Saisonhälfte 2025 festigte diesen Eindruck, und die Form trägt nahtlos ins neue Jahr.
Vertrauen in einem Star-Ensemble
Auffällig ist neben den Ergebnissen Del Toros Fähigkeit, in einem der konkurrenzstärksten Umfelder des modernen Radsports zu funktionieren. Der UAE-Kader ist gespickt mit etablierten Kapitänen, doch Del Toro zeigt, dass er persönlichen Ehrgeiz und mannschaftliche Pflicht balancieren kann.
Diese Anpassungsfähigkeit ist der Kern der Zuversicht in seine Entwicklung – besonders mit Blick auf die
Tour de France.
Im Gespräch mit Marca betonte Teammanager
Joxean Matxin, dass Del Toros Wert weit über Watt und Ergebnisse hinausgeht.
„Er ist ein sehr guter Mensch, hat ein großes Herz, ist höflich, dankbar und respektvoll“, sagte Matxin. „Er ist ein Champion. Wenn er Verantwortung übernehmen muss, tut er es, und wenn er für einen Teamkollegen arbeiten soll, macht er das gerne. Ich habe für Isaac nur Worte des Dankes.“
Die Tour lernen, nicht tragen
Entscheidend ist der Kontext, in dem Del Toros Tour-de-France-Erfahrung stattfinden soll. Es wird weder eine Feuertaufe noch das Aufladen eines Youngsters mit unrealistischen Erwartungen.
Stattdessen sieht Matxin den Wert der Nähe. „Es wird sehr wichtig“, sagte er zu Del Toros Tour-Teilnahme. „Es ist klar, dass es sein erstes Mal sein wird, aber es ist gut, dass er fährt, während das Scheinwerferlicht auf Tadej Pogacar gerichtet ist, weil er international in jedem Rennen der Referenzpunkt ist.“
Diese Dynamik werde Del Toros Lernkurve beschleunigen. „Das wird Isaac wirklich zugutekommen, weil er vom erfahrensten Fahrer lernt und von einem Radprofi, der weiß, wie man die Tour de France bestmöglich managt.“
Eine Linie, kein Sprung
Bei UAE Team Emirates - XRG ist die Botschaft konsistent. Del Toro wird weder gedrängt noch gebremst. Seine Entwicklung wird sorgfältig geschichtet, mit dosierter Exposition, Verantwortung und Schutz.
Die Ergebnisse von 2025 haben bewiesen, dass er zur Elite gehört. Die frühen Signale 2026 deuten darauf hin, dass dieser Status nicht mehr auf Probe ist.
Während Del Toro weiter liefert, erscheint die Tour de France nicht als Überlebensprüfung, sondern als nächster Schritt einer Entwicklung, die so sehr auf Vertrauen und Charakter baut wie auf Leistung.