Wir waren bei der exklusiven Pressevorführung der neuen Staffel von El Día Menos Pensado dabei, zu der Radsportaktuell und
CiclismoAlDia eingeladen waren. Einer der meistdiskutierten Momente taucht bereits in der Auftaktfolge auf. Gezeigt werden Bilder der Itzulia Basque Country, in denen
Enric Mas João Almeida bittet, ihm die Etappe zu überlassen. Die Szene löste damals Debatten aus und wurde nun im Rahmen der Premiere von
Pedro Delgado erneut aufgegriffen.
El Día Menos Pensado S5 enthüllt Itzulia-Szene – warum das Gespräch zählt
Die fünfte Staffel blickt erneut in den Alltag des Movistar Teams und fängt sportliche wie menschliche Situationen ein, die den Profiradsport prägen. Passend dazu kehrt die erste Folge zu einer der aussagekräftigsten Passagen zurück – sowohl wegen des Rennverlaufs als auch wegen der Reaktion des Teams, als es sich selbst auf den Bildern sah.
Die erste Episode der neuen Staffel zeigt das Gespräch zwischen
Enric Mas und João Almeida während einer Etappe der Itzulia. Der Movistar-Profi ist zu sehen, wie er den Portugiesen bittet, ihm den Etappensieg zu überlassen. Die TV-Kameras fingen den Moment deutlich ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte Almeida den Gesamtsieg praktisch gesichert, gewann jedoch auch die Schlussetappe vor Mas.
Innerhalb des Teams, wie die Folge zeigt, wurde die Szene mit Witzen und Kommentaren aufgenommen. Man stellte fest, dass man Pech gehabt habe, weil das TV-Motorrad alles filmte. Dieses Detail dient als roter Faden und zeigt, wie ein gewöhnlicher Dialog im Rennen eine andere Dimension bekommt, wenn er aufgezeichnet und ausgestrahlt wird.
Almeida und Mas trafen jeweils naheliegende Entscheidungen
Delgado ging bei der Präsentation auf die Folge ein und bot die Perspektive eines Mannes, der den Sport seit vielen Jahren von innen kennt. Der Ex-Profi erklärte, dass solche Situationen im Peloton nicht ungewöhnlich sind und Teil der Alltagsdynamik des Radsports.
„Ich bin eigentlich, nun ja, natürlich, glücklich, denn ich habe vieles gesehen“, sagte Delgado und erinnerte an einen ähnlichen Fall ein Jahr zuvor. Seinem Verständnis nach handelten Carlos Rodríguez und Juan Ayuso genauso: Der eine nahm die Gesamtwertung, der andere die Etappe. „Sie einigten sich dort: Du gewinnst das Rennen und ich die Etappe“, fasste er zusammen.
Delgado betonte, dass derartige Absprachen zum Radsport gehören und alles andere als außergewöhnlich sind. „Es ist sehr üblich, zu teilen. Alle Teams erleben große und schlechte Momente, und ab und zu ist es gut, Verbündete in einem Rennen zu haben“, sagte er.
Zugleich stellte er klar, dass João Almeida im konkreten Fall der Itzulia nicht auf die Bitte von
Enric Mas einging, was der normalen Logik des Profiradsports entspricht. Almeidas Entscheidung, die Etappe nicht abzugeben, sei legitim und im Wettbewerb gängig.
Delgado ordnete die Haltung von Mas ein und merkte an, der Spanier sei sehr offensiv und ehrgeizig gefahren, mit dem Ziel, alles mitzunehmen. „Enric war in einem sehr aggressiven, sehr ambitionierten Modus und wollte alles. Und das muss man respektieren“, sagte er und fügte hinzu, dass das eigentliche Problem war, dass das Gespräch vor laufender Kamera stattfand.
Der Wert des Blicks ins Innere eines Teams
Jenseits der Anekdote hob ‚Perico‘ Delgado El Día Menos Pensado als Instrument hervor, um den Radsport von innen besser zu verstehen. Er betonte, dass die Serie nur möglich sei, weil das
Movistar Team bewusst die Türen öffne und sowohl Höhen als auch Tiefen zeige.
„Movistar Team öffnet uns die Türen, denn sie müssen diejenigen sein, die sie öffnen“, sagte er. Solche Produktionen zeigten oft mehr „Entbehrungen als Freuden“, was er als wahrheitsgetreues Abbild des Sports empfindet. Delgado schlug den Bogen zu seiner eigenen Karriere: Er fuhr elfmal die Tour und gewann einmal – was mehr harte Tage als Siege bedeutete.
Er lobte zudem die Fähigkeit von Fahrerinnen, Fahrern und Staff, schnell umzuschalten. Eine der auffälligsten Eigenschaften des Spitzensports sei, wie ein Team binnen 24 Stunden von Enttäuschung zu neuer Motivation finden könne.
Wenn ein Sieg kommt, wirke die ganze vorherige Arbeit lohnend, doch oft müsse man weitermachen, ohne zu wissen, was passieren wird. In diesem Sinne spiegle die neue Staffel von El Día Menos Pensado erneut die Realität des modernen Radsports.
Für Delgado hilft die Serie, einen Sport zu verstehen, der bei gleichen Grundmustern im Detail stark im Wandel ist. Die aktuelle Generation, Technologie, die Rolle des Staffs und andere neue Komponenten bringen Nuancen, die von außen nicht immer sichtbar sind.
In diesem Sinne schätzt er, dass Produktionen wie El Día Menos Pensado treuen Rennfans helfen, Situationen einzuordnen, die sonst unbemerkt blieben. Die Auftaktfolge, mit der Szene zwischen
Enric Mas und João Almeida als einem der zentralen Momente, rückt den Fokus erneut darauf, den Radsport zu zeigen, wie er ist – ohne Ausschmückung und ohne künstliches Drama.