„Ein letzter Tanz“ – Bauke Mollema beginnt das Schlusskapitel einer außergewöhnlichen niederländischen Karriere

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 03 Februar 2026 um 16:00
Bauke Mollema
Es gab keine Ankündigung. Keine Pressekonferenz. Kein Statement für die großen Schlagzeilen. Stattdessen veröffentlichte Bauke Mollema einen stillen Instagram-Post - und genau dieser trug mehr Gewicht, als es zunächst den Anschein hatte.
„Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man Spaß hat! Vom lokalen NWVG Cycling über Rabobank/Belkin bis Lidl-Trek. Ich bin sehr dankbar, meinen Traum 20 Jahre lang gelebt zu haben. Jetzt beginnt meine letzte Saison als Profi. Noch ein Jahr, ein letzter Tanz. Wir sehen uns auf der Straße!“, schrieb Mollema zu einem persönlichen Karriere-Rückblick auf seiner Social-Media-Seite.

Eine Karriere, die erklärt, warum sich das anders anfühlt

Ganz überraschend kommt diese Botschaft nicht. Mollema hatte bereits erklärt, dass 2026 sehr wahrscheinlich sein letztes Jahr im Peloton sein wird. Doch das Timing verändert die Wirkung spürbar.
Die neue Saison steht vor der Tür. Startnummern werden angesteckt, Startlisten nehmen Form an. Plötzlich ist der Abschied kein fernes Szenario mehr. Er rückt in die Gegenwart. Er passiert jetzt.
Mollemas Laufbahn nimmt einen besonderen Platz in der niederländischen Radsportgeschichte ein. Er ist nicht einfach ein langjähriger Profi am Ende seiner Zeit, sondern ein Fahrer mit Palmarès auf höchstem Niveau über fast zwei Jahrzehnte - von der Rabobank-Ära bis zu Lidl-Trek.
Er gewann mit Il Lombardia ein Monument, siegte bei der Clasica San Sebastian, holte zwei Etappenerfolge bei der Tour de France und wurde dort einst Gesamtsechster. Hinzu kommen Top-Ten-Gesamtplatzierungen bei allen drei Grand Tours im Verlauf seiner Karriere.
Mollema war Gesamtwertungsfahrer, Ausreißer-Spezialist und Fixpunkt in hügeligen Klassikern. Er passte sich an, entwickelte sich weiter und blieb in jeder Phase relevant. Nur wenige Profis schaffen diesen Wandel, ohne leise zu verblassen. Mollema tat es nie.

Warum „ein letzter Tanz“ wirklich Gewicht hat

Wenn er von „einem letzten Tanz“ spricht, denken Fans nicht an ein lockeres Abschiedsrennen. Sie sehen sofort die Orte, an denen er den Radsport geprägt hat.
Lombardia. San Sebastian. Die Berge der Tour de France. Lange Solo-Tage an der Spitze, die sich ins kollektive Renn-Gedächtnis eingebrannt haben. Diese Bilder gehören fest zur modernen Radsportgeschichte.
Deshalb wird sich diese letzte Saison anders anfühlen. Jedes Mal, wenn 2026 sein Name auf einer Startliste auftaucht, schwingt ein unausgesprochener Gedanke mit: das letzte Mal.
Eine große Bühne brauchte es für diese Ankündigung nicht. Seine Karriere liefert den gesamten Kontext. Der Instagram-Post markiert lediglich den Moment, in dem diese Realität für alle anderen greifbar wird.
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