Der schwere Sturz von
Juan Ayuso in den letzten Kilometern des
GP de Québec hat in der spanischen Auswahl mit Blick auf die WM in Montréal die Alarmzeichen aufleuchten lassen. Der Alicantiner ging nach einem Zwischenfall mit Paul Seixas im Finale des kanadischen Rennens zu Boden und konnte zwar zu Fuß die Ziellinie überqueren, doch das tatsächliche Ausmaß der Blessuren bleibt vorerst abzuwarten.
Josu Larrazabal, Sportlicher Leiter von Lidl-Trek, erklärte gegenüber
MARCA den Zustand von Ayuso nach dem Unfall und mahnte größtmögliche Vorsicht, bevor man seine Entwicklung beurteile. Der baskische Techniker konnte nach dem Rennen Nachrichten mit dem Fahrer austauschen, die ersten Eindrücke wirkten einigermaßen beruhigend.
„Es sind Prellungen, bei denen man zwei Tage abwarten muss, um die wirklichen Folgen zu sehen“, erklärte Larrazabal. Der Sportliche Leiter ergänzte, Ayuso sei verärgert über das Geschehene gewesen, habe aber nach dem Rennen sogar noch Humor gezeigt. „Er war verärgert und konnte sogar scherzen, und in dieser Hinsicht war die erste Reaktion nicht schlecht“, sagte er.
Auch die erste medizinische Einschätzung habe keinen Anlass zur Panik geliefert, dennoch beharrt Larrazabal darauf, dass es zu früh für Schlussfolgerungen sei. „Die erste Beobachtung des Arztes war ebenfalls nicht schlecht, aber wir wollen vorsichtig sein und 48 Stunden abwarten“, betonte er.
Der Faktor Zeit wird somit entscheidend. Larrazabal warnt, dass derartige Blessuren in den Tagen nach dem Unfall häufig schlimmer werden. „Heute wird er es sicher spüren, aber oft sind die 48 Stunden der schlimmste Moment bei dieser Art von Schlägen, daher ist Vorsicht geboten“, erklärte er.
Der GP de Montréal steht auf der Kippe
Die Lage ist brisant, weil Ayuso am Sonntag den
GP de Montréal bestreiten wollte, seine Teilnahme aber logischweise davon abhängt, wie er sich in den nächsten Stunden entwickelt. Über das kanadische Rennen hinaus richtet sich der Blick vor allem auf die WM in Montréal am 27.09.2026.
Ayuso ist als Kapitän Spaniens für das WM-Straßenrennen vorgesehen, weshalb jede körperliche Einschränkung zu diesem Saisonzeitpunkt zur echten Sorge für die Auswahl werden kann. Für Larrazabal ist klar: „Wir bereiten eine WM vor, also muss man das bewusst angehen und es Tag für Tag betrachten.“
Priorität hat nun nicht die sofortige Rückkehr ins Renngeschehen, sondern die Reaktion des Körpers nach dem heftigen Aufprall in Québec zu beobachten. Der GP de Montréal liefert zugleich die erste Referenz, ob der Sturz spürbare Folgen hinterlassen hat.
Juan Ayuso, Star von Lidl-Trek.
Larrazabal nimmt Seixas in Schutz
Der Sportliche Leiter von Lidl-Trek wollte zudem präzisieren, wie der Unfall genau passiert ist, nachdem TV-Bilder Kritik an Paul Seixas ausgelöst hatten. Aus seiner Sicht trug der junge Franzose keine Verantwortung am Sturz von Ayuso.
„Ein Lotto-Fahrer macht eine Bewegung, berührt Seixas, und Seixas wird weggeschleudert“, rekonstruierte Larrazabal die Sequenz des Sturzes. Deshalb hält er die Kritik am Franzosen für ungerecht.
„Die Leute kritisieren Seixas, aber ehrlich gesagt … aus unserer Sicht trifft Seixas keinerlei Schuld“, stellte er klar.
Seiner Darstellung nach beginnt alles mit der Bewegung eines Lotto-Fahrers, der Seixas touchiert und den Franzosen im Feld versetzen lässt. Ayuso gerät in diese Situation und geht schließlich zu Boden.
„Alles beginnt mit der Bewegung eines der Lotto-Fahrer und Seixas steckt mittendrin“, schilderte Larrazabal. Zudem versicherte er, dass auch Ayuso selbst dem Franzosen keine Schuld gab: „Selbst Juan hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Seixas irgendeine Schuld trifft.“
Nun bleibt die Frage, wie Ayuso sich in den nächsten 48 Stunden entwickelt. Der GP de Montréal ist die erste große Unbekannte, das eigentliche Ziel bleibt jedoch die WM in Montréal am 27.09.2026, bei der Spanien auf den Alicantiner als zentrale Referenz setzt.